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Die Psychologie der Liebe :

Von der Theorie zur Praxis: Wie du deinen Bindungsstil verändern und eine sichere Basis schaffen kannst

Wir haben in unseren letzten Beiträgen viel über die Psychologie der Bindungen gelernt. Wir wissen jetzt, dass unsere frühen Erfahrungen unsere Beziehungsweisen prägen und wie sich die verschiedenen Bindungsstile – sicher, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent und unsicher-desorganisiert – im Alltag zeigen können. Die gute Nachricht: Diese Muster sind nicht in Stein gemeißelt! Du hast die Macht, aktiv an ihnen zu arbeiten und eine sicherere Basis in deinen Beziehungen zu schaffen.

Aber wie genau geht das? Wie kommen wir von der Erkenntnis zur konkreten Veränderung? Hier sind praktische Strategien und Schritte, die dir helfen können:

Die Grundlage: Selbstreflexion und Achtsamkeit


Der erste und wichtigste Schritt ist, deine eigenen Muster zu erkennen. Ohne dieses Bewusstsein tappst du immer wieder in die gleichen Fallen.

  • Dein Beziehungs-Tagebuch: Beginne, deine Gedanken, Gefühle und Reaktionen in beziehungsrelevanten Situationen festzuhalten. Wann fühlst du dich unsicher? Wann ziehst du dich zurück? Wann klammerst du? Dies hilft, wiederkehrende Muster und ihre Auslöser zu identifizieren.
  • Achtsamkeit im Moment: Wenn eine typische Reaktion hochkommt – sei es der Drang zum Rückzug oder das Bedürfnis nach sofortiger Bestätigung – halte inne. Atme tief durch. Beobachte, was in dir vorgeht, bevor du impulsiv handelst. Diese Pause gibt dir Raum, bewusst anders zu reagieren.
Innere Stabilität: Selbstregulation und emotionale Kompetenz


Ein sicherer Bindungsstil bedeutet, die eigenen Gefühle wahrnehmen, halten und regulieren zu können. Du bist der Anker in deinem eigenen emotionalen Sturm.

  • Emotionen benennen und annehmen: Wenn du merkst, dass dich eine Emotion überwältigt, versuche, sie zu benennen: „Ich fühle gerade Angst,“ oder „Ich bin wütend.“ Erlaube dir, das Gefühl zu haben, ohne es zu bewerten oder wegzudrängen.
  • Gesunde Bewältigungsstrategien: Finde Wege, um emotionalen Stress abzubauen. Das kann tiefe Bauchatmung, Meditation, Sport, ein Spaziergang in der Natur oder das Sprechen mit einem vertrauten Menschen sein. Ziel ist es, dich selbst zu beruhigen, ohne dass dein Partner diese Aufgabe übernehmen muss.
Klarheit schaffen: Bedürfnisse wahrnehmen und kommunizieren


Sicher gebundene Menschen können ihre Bedürfnisse klar ausdrücken und auch die Grenzen anderer respektieren.

  • Erkenne deine Bedürfnisse: Was brauchst du wirklich in einer Beziehung? Ist es mehr Nähe, mehr Raum, mehr Bestätigung, mehr Abenteuer? Sei ehrlich zu dir selbst.
  • Werde zum Kommunikations-Profi: Übe, deine Gefühle und Bedürfnisse ohne Vorwurf zu äußern. Statt „Du hörst mir nie zu!“ könntest du sagen: „Ich fühle mich ungehört, wenn ich spreche und du am Handy bist. Könntest du bitte kurz zuhören?“ Das fördert Verständnis statt Verteidigung.
  • Grenzen setzen lernen: „Nein“ sagen ist in Ordnung. Definiere, was du bereit bist zu geben und was du brauchst. Das schafft Klarheit und schützt dich vor Überforderung.
Vertrauen aufbauen: Kleine Schritte wagen


Vertrauen wächst nicht über Nacht, sondern durch viele kleine, positive Erfahrungen.

  • Vertraue dir selbst: Stärke dein Selbstwertgefühl. Erkenne deine Stärken und sei dir bewusst, dass du liebenswert bist – unabhängig davon, wie andere reagieren.
  • Vertraue dem Prozess: Gib deinem Partner die Chance, verlässlich zu sein. Nimm positive Signale wahr, auch die kleinen. Jedes Mal, wenn du dich traust, ein wenig Verletzlichkeit zu zeigen und eine positive Reaktion bekommst, stärkst du dein Vertrauen in Beziehungen.
  • Umarme die Verletzlichkeit: Es fühlt sich vielleicht ungemütlich an, aber in der kontrollierten Verletzlichkeit liegt das größte Potenzial für Wachstum und tiefere Verbindung.
Korrigierende Beziehungserfahrungen suchen und gestalten


Dein Gehirn lernt durch neue Erfahrungen.

  • Umgib dich mit sicheren Menschen: Wenn möglich, verbringe Zeit mit Freunden oder Familienmitgliedern, die einen sicheren Bindungsstil haben. Beobachte, wie sie kommunizieren und mit Konflikten umgehen. Diese Beziehungen können dir ein lebendiges Modell für sichere Bindung bieten.
  • Brich alte Muster bewusst auf: Wenn du dich dabei ertappst, wie du in ein altes, unsicheres Verhaltensmuster zurückfällst, halte inne. Frage dich: „Wie würde eine sicher gebundene Person jetzt reagieren?“ Und versuche bewusst, anders zu handeln. Das ist anfangs schwierig, aber jede erfolgreiche Umleitung stärkt den neuen Weg.
Professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen


Manchmal sind unsere Bindungswunden zu tief, um sie alleine zu heilen.

  • Therapie oder Coaching: Ein Therapeut, der sich auf Bindungstheorie oder Emotionsfokussierte Therapie (EFT) spezialisiert hat, kann dir einen sicheren Raum bieten, um alte Muster zu erkunden, ihre Ursprünge zu verstehen und neue, gesündere Strategien zu entwickeln. Sie können dich durch korrigierende emotionale Erfahrungen führen.
  • Paartherapie: Wenn du in einer Partnerschaft bist, kann eine Paartherapie beiden helfen, die zugrunde liegenden Bindungsdynamiken zu verstehen und gemeinsam an einer sichereren, erfüllenderen Verbindung zu arbeiten.

Die Arbeit an deinem Bindungsstil ist eine der wertvollsten Investitionen, die du in dich selbst und in deine Beziehungen tätigen kannst. Es ist ein Akt der Selbstliebe und der bewussten Beziehungsgestaltung. Es braucht Geduld und Mitgefühl mit dir selbst, aber die Belohnung ist eine tiefere, stabilere und wirklich wunderbare Verbindung – zu dir selbst und zu den Menschen, die dir wichtig sind.

Welcher dieser Schritte erscheint dir am schwierigsten, und welcher am vielversprechendsten? Teile deine Gedanken in den Kommentaren!


Irgend wo steckt noch ein Denkfehler drin

Ich habe ja schon in der Vergangenheit berichtet, dass ich All-In gegangen bin und eine grundlegende Veränderung in meinem Leben hervorrufen wollte.

Ich habe die sogenannte Probe aufs Exempel gestartet.

Ich habe mit einem Visionboard gearbeitet, mir mein Ziel bildlich vorgestellt, reingefühlt, wie es sich anfühlt, wenn mein Wunsch sich erfüllt hätte und doch hat es mit der Umsetzung des Wunsches, zumindest bis jetzt, noch nicht ganz geklappt.

Ich bin in die Entspannung gegangen und habe mich auf die Erfüllung des Wunsches gefreut.

Klar, hat sich meine Sicht aufs Leben verändert, ich bin entspannter geworden, meine Bereitschaft sofort in Panik zu verfallen, konnte ich umwandeln, in mehr Gelassenheit gegenüber dem Leben. Ich bin innerlich ruhiger geworden, was mir ein besseres Lebensgefühl beschert hat.

Ich kann nicht sagen, dass sich gar nichts getan hat, denn ich durfte viele schöne Momente mit meiner Familie erleben und Dinge tun, wovon ich vorher dachte, dass ich sie mir finanziell nicht erlauben könnte.

Auch durfte ich für ein paar Tage in das Leben eintauchen, was ich mir eigentlich für mich selbst, sehr gut vorstellen könnte.

Dies hat mit meiner letzten Reise zu tun, obwohl ich ja zugeben muss, dass auch die, ganz anders geplant war. Eigentlich sollte es an einen ganz anderen Ort gehen, nämlich in die Toskana und doch hat es mich an die Küste der Normandie verschlagen.

Kurz geplant, dann Sachen eingepackt und los ging es. Eigentlich ganz spontan, obwohl ich ja genau damit meine Probleme habe. Denn eigentlich bin ich ein richtiger Kopfmensch und muss alles tausend mal überdenken, bevor ich etwas in Angriff nehme.

Ich durfte einen kleine Einblick in ein ganz anderes Leben erhaschen. Es war, als ob das Universum mich fragen wollte, ob diese Lebensweise wirklich die Richtige für mich ist.

In den letzten Jahren musste ich stets mit einer inneren Zerrissenheit kämpfen. Ich habe mir so sehr ein ganz anderes Leben gewünscht und habe mir geistig, verschiedene Lebensweisen angesehen. Doch auch in diesen Vorstellungen, sagte mir immer wieder eine innere Stimme (mein falsches Selbst), dass ich mir keinen anderen Lebensstandard leisten könnte, oder dass das einfach nicht mein Ding wäre.

Mein innerer Saboteur, oder mein falsches Ich, ist der Speicherort meines Bewusstseins, wo alle Zurückweisungen und meine Reaktion (Empfindungen und die daraus resultierende Gedanken) darauf abgespeichert sind. Er spult nur die Reaktionen meiner Vergangenheit ab, ober anders ausgedrückt, er ist ein erlerntes Gedankenmuster.

Dieses erlernte Gedankenmuster zu ersetzen, dauert bei mir halt ein wenig länger.

Wahrscheinlich, weil ich so lange an dieser falschen Realität festgehalten habe. Mein Bewusstsein muss lernen, dass diese Gefühle und Gedanken, die bei den erlebten Zurückweisungen gespeichert wurden, nicht der Realität entsprechen, sondern ganz allein auf einer Illusion beruhen.

Im Grunde muss ich diesen Speicherort löschen und / oder mit ganz neuen Erfahrungen überschreiben.

Ja, ich habe auch gehofft, dass es schneller geht. Aber leider, wurde ich eines Besseren belehrt.

Es stimmt schon, dass unser gewohntes Ich, die stärkste Gewohnheit ist, die es aufzugeben gilt.

Aber ich gebe nicht auf, ich halte an meinen Träumen fest und glaube ganz fest an deren Realisierung.


Es gibt nur eine bewundernswerte Form der Imagination :
die Imagination, die so stark ist,
dass sie eine neue Wirklichkeit erzeugt,
dass sie Dinge geschehen lässt.

Sean O’Faolain

Hörbuch : Werde, der du sein willst 

Hier habe ich noch ein weiteres Hörbuch gefunden, von Robert Betz.

Heute ist die Zeit der Transformation, wobei die größten Veränderungen „im Inneren“ sehr vieler Menschen stattfinden, in ihrem Bewusstsein und in ihren feinstofflichen Körpern.

Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich kein einziges Buch von ihm besitze, ich höre lediglich hin und wieder in seinem Youtube-Kanal rein. Vielleicht habe ich jetzt dein Interesse geweckt und du möchtest selbst mal vorbei schauen :

https://www.youtube.com/user/RobertBetzTV


Hier noch einen passenden Vortrag, in zwei Teilen, von Robert Betz :

 Sei Du die Veränderung, die du Dir wünschst