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Wo das Herz spricht:

Die unkontrollierbare Natur unserer Gefühle


„Wo die Liebe hinfällt“ und „Das Herz will, was es will“ – diese Sprichwörter kennen wir alle. Sie sprechen eine tiefe Wahrheit aus: Unsere Gefühle folgen oft nicht der Logik, dem Plan oder dem, was wir uns vorgenommen haben. Die unkontrollierbare Natur der Gefühle kann faszinierend, verwirrend und manchmal auch schmerzhaft sein. Doch genau darin liegt auch ihre immense Kraft und Schönheit.

Warum Gefühle oft irrational sind


Wir möchten gerne glauben, dass wir rationale Wesen sind, doch unser Gehirn ist komplexer. Gefühle entstehen tief in unserem limbischen System, einem älteren Teil des Gehirns, lange bevor der präfrontale Kortex – unser Zentrum für Logik und Planung – überhaupt eine Chance hat, einzugreifen. Das bedeutet, wir fühlen oft, bevor wir denken.

Beispiele:

  • Verliebtheit auf den ersten Blick: Sie treffen jemanden und spüren sofort eine unwiderstehliche Anziehung, obwohl es rational vielleicht keinen Sinn ergibt – die Person hat einen ganz anderen Hintergrund, andere Interessen oder lebt weit weg. Der Kopf mag Bedenken haben, aber das Herz hat schon entschieden.
  • Irrationale Ängste: Sie wissen, dass Fliegen statistisch sicherer ist als Autofahren, trotzdem überkommt Sie im Flugzeug eine Panikattacke. Die rationale Erkenntnis kann die tiefsitzende emotionale Reaktion nicht einfach abstellen.
  • Plötzlicher Zorn: Ein kleiner Fehler eines Kollegen lässt Sie innerlich kochen, obwohl Sie wissen, dass es übertrieben ist. Die Wut kommt unkontrolliert hoch, vielleicht weil sie unbewusst an eine alte Kränkung anknüpft.
  • Nostalgie für Vergangenes: Sie sehen ein altes Spielzeug oder hören ein Lied aus Ihrer Kindheit und werden von einer Welle der Melancholie oder Freude überrollt, die Sie nicht steuern können, obwohl die Vergangenheit vorbei ist.
Der Umgang mit unerwarteten Gefühlen – und was passiert, wenn wir sie unterdrücken

Wenn Gefühle auftauchen, die wir nicht erwartet oder gewünscht haben, kann das eine echte Herausforderung sein. Ob unerwiderte Liebe, plötzlich aufkeimende Eifersucht oder überwältigende Trauer – der erste Impuls ist oft, sie zu unterdrücken oder zu verleugnen. Viele von uns lernen schon früh, bestimmte Emotionen als „schwach“ oder „unangemessen“ zu empfinden und sie wegzuschließen.

Doch was passiert, wenn wir unsere Gefühle unterdrücken?

Gefühle sind wie ein Fluss. Wenn wir versuchen, den Fluss zu stauen, wird er nicht verschwinden; er sucht sich einen anderen Weg. Unterdrückte Emotionen verschwinden nicht einfach. Stattdessen können sie sich auf verschiedene Weisen äußern:

Körperliche Symptome: Chronische Kopfschmerzen, Magenprobleme, Verspannungen im Nacken oder Rücken, Schlafstörungen oder sogar ein geschwächtes Immunsystem können die Folge von nicht verarbeiteten Emotionen sein.

Beispiel: Jemand, der seinen Ärger nie ausdrückt, könnte häufig unter Migräne leiden oder immer wieder Magenprobleme bekommen, ohne eine körperliche Ursache dafür zu finden.

  • Psychische Belastung: Unterdrückung kann zu erhöhter Angst, Depressionen, Reizbarkeit oder einem Gefühl der inneren Leere führen. Es erfordert enorme Energie, Gefühle permanent im Zaum zu halten.

Beispiel: Eine Person, die ihre Trauer nach einem Verlust nicht zulässt, mag nach außen funktionieren, fühlt sich innerlich aber zunehmend erschöpft, antriebslos und kann plötzlich von Depressionen überrollt werden.

  • Unkontrollierte Ausbrüche: Der aufgestaute Druck muss irgendwann entweichen. Das kann sich in plötzlichen Wutausbrüchen, Panikattacken oder einer überzogenen emotionalen Reaktion auf kleine Auslöser zeigen.

Beispiel: Ein Vater, der seinen Stress und seine Frustration über die Arbeit den ganzen Tag „runterschluckt“, schreit am Abend plötzlich sein Kind wegen einer Kleinigkeit an – ein Übersprungverhalten, weil der Druck zu groß geworden ist.

  • Gestörte Beziehungen: Wer seine Gefühle nicht ausdrücken kann, hat es schwerer, tiefe, authentische Verbindungen aufzubauen. Es fehlt an Ehrlichkeit und Vulnerabilität, was für Nähe unerlässlich ist.

Beispiel: Ein Partner, der ständig seine Bedürfnisse oder Enttäuschungen unterdrückt, weil er Konflikte scheut, wird sich irgendwann unerfüllt und distanziert fühlen, und die Beziehung kann darunter leiden. Die fehlende Kommunikation über echte Gefühle baut Mauern auf.

Die Akzeptanz dieser Natur


Der Schlüssel zum Frieden mit der unkontrollierbaren Natur der Gefühle liegt oft in der Akzeptanz. Das bedeutet nicht, dass wir unseren Gefühlen blind folgen sollen, sondern dass wir anerkennen, dass sie da sind, und lernen, mit ihnen zu leben, anstatt gegen sie zu kämpfen. Akzeptanz bedeutet auch, sich selbst Empathie entgegenzubringen.

Beispiele:

  • Umgang mit Eifersucht: Wenn Sie einen Stich der Eifersucht spüren, anstatt sich dafür zu verurteilen („Das ist ja kindisch!“), können Sie sagen: „Okay, ich fühle Eifersucht. Das ist eine menschliche Emotion. Was genau löst sie aus, und wie kann ich damit umgehen, ohne mich oder andere zu verletzen?“
  • Angst vor Veränderungen: Ein neuer Job oder Umzug löst große Angst aus. Akzeptieren Sie, dass diese Angst normal ist. „Es ist okay, dass ich Angst habe, denn das ist neu und ungewiss. Ich kann diese Angst spüren und trotzdem kleine Schritte nach vorne machen.“
  • Trauer zulassen: Nach einem Verlust gibt es keine „richtige“ Zeit für Trauer. Akzeptieren Sie, dass die Trauer in Wellen kommen kann, auch Jahre später. Erlauben Sie sich zu weinen, wenn Sie das Bedürfnis haben, statt zu versuchen, stark zu sein.
Die Schönheit im Chaos: Warum die unkontrollierbare Natur der Gefühle das Leben reicher macht


Gerade weil Gefühle so unkontrollierbar sind, sind sie auch die Quelle unserer tiefsten Freuden, unserer größten Leidenschaften und der intensivsten menschlichen Verbindungen. Ohne diese unvorhersehbare Seite wären wir vielleicht logischer, aber auch unendlich viel ärmer an Erfahrungen.

Beispiele:

  • Unerwartetes Glück: Die plötzliche, überwältigende Freude, wenn ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung geht oder man eine unverhoffte Nachricht erhält, die alles verändert. Diese Art von Glück kann man nicht planen oder erzwingen.
  • Tiefe Empathie: Sie sehen einen Fremden in Not und fühlen einen sofortigen Drang zu helfen, einen Stich des Mitgefühls, der Sie zum Handeln bewegt. Diese spontane, menschliche Verbindung ist unbezahlbar.
  • Künstlerische Inspiration: Ein Künstler empfindet einen plötzlichen, unkontrollierbaren Drang, etwas zu erschaffen, getrieben von einer Muse oder einer Emotion, die er in einem Werk ausdrücken muss.
  • Bedingungslose Liebe: Die tiefe, bedingungslose Liebe zu einem Kind oder einem Haustier, die so stark und rein ist, dass sie keine Logik braucht, um zu existieren. Sie ist einfach da und erfüllt das Herz.

Die unkontrollierbare Natur unserer Gefühle ist ein grundlegender Teil dessen, was es bedeutet, Mensch zu sein. Indem wir sie verstehen, akzeptieren und lernen, mit ihnen umzugehen, anstatt sie zu unterdrücken, können wir ein erfüllteres und authentischeres Leben führen.



Den Wald vor lauter Bäume nicht sehen

Wer kennt es nicht ?

Menschen sind manchmal wie geblendet und finden einfach nicht die nächstliegende Lösung für ihr Problem.

Manchmal weil sie zu vieles auf einmal schaffen wollen, ein anderes mal, weil sie komplett die Uebersicht verloren haben.

Was will ich damit sagen ?

Hin und wieder gibt es Situationen, wo du vielleicht nicht weisst, was du tun sollst. Und alle Versuche, die du unternimmst, um die richtige Lösung zu finden, machen die Situation nur noch schlimmer, anstatt dir Erleichterung zu bringen.

Und dann siehst du plötzlich nur noch Probleme und gar keine Lösungen mehr.

Genau in diesen Momenten wird es Zeit für eine Auszeit !

Dann solltest du dich erst mal ausklinken, eine Pause machen und dir etwas Gutes tun !

Geh raus in die Natur oder verbring Zeit mit Freunden und/oder Familie. Aber lass erst einmal all deine Probleme los und schaff so einen Abstand vor dieser schier unüberwindbaren Wand von Problemen.

Lach, hab Spass ! Tu alles, was dir Erleichterung bringt !

Aber es ist wichtig diese Energie, in der du dich momentan befindest, hinter dir zu lassen.

Wenn du erst einmal verstanden hast, dass deine Gedanken machtvolle Magnete sind und andere Gedanken anziehen, verstehst du warum es so wichtig ist, auf andere Gedanken zu kommen, erst einmal einen Cut zu vollziehen, und sich mit positiven Dingen zu beschäftigen.

Wenn du dich schlecht fühlst, ziehst du negative Gedanken an.

Wenn du dich hingegen gut fühlst, ziehst du positive Gedanken an.

Du bekommst immer das, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest !

Deine Gefühle zeigen dir an, was du gerade anziehst. Fühlst du dich schlecht, solltest du dich neu ausrichten, damit positive Dinge geschehen können. Deine Gedanken ziehen immer genau das an, was sich schwingungsmässig gleicht. So erhältst du die Essenz dessen, woran du denkst.

Und wenn du dich fühlst, als würdest du den Wald vor lauter Bäume nicht sehen, weisst du, dass du dich gedanklich verrannt hast und ein Wechsel dringend nötig ist.

Du kannst keine Lösung finden, während du dich ständig mit deinen Problemen beschäftigst.

Das heisst jetzt nicht, dass du all deine Gedanken ständig überwachen sollst, nein, du sollst ihnen freien Lauf lassen. Alles, was du tun sollst, ist, deine Aufmerksamkeit auf deine Gefühle zu richten. Und immer, wenn du einen Zwiespalt , eine Blockade oder ein negatives Gefühl empfindest, solltest du hingehen und deine Gedanken beobachten und dann gegebenenfalls dein Denken neu ausrichten, auf etwas, was sich für dich besser anfühlt und dir nützlicher ist.


Du bekommst das,
woran du denkst,
ob du willst oder nicht.

Die heilende Kraft der Gefühle

Die heilende Kraft der Gefühle oder wie die praktische Selbst-Empathie uns hilft unser Leben und das Leben anderer positiv zu beeinflussen.

Nur wenn Menschen sich ihrer selbst bewusst werden und nicht länger ihre Gefühle und Bedürfnisse ignorieren, können sie sich auch den Gefühlen und Bedürfnissen anderer Menschen, den Tieren und Pflanzen mitfühlend öffnen. Eine weitere positive Eigenschaft wäre, dass man durch die Empathie, die man unwillkürlich entwickelt, anfängt den Lebensraum für alle so zu gestalten, dass er für jeden passt und versucht Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen aller gerecht werden.

Deshalb heisst die erste Aufgabe erst einmal: „Sich seiner selbst bewusst werden. Herausfinden, wer man ist, was man fühlt und braucht!“

Hierzu gebrauchen wir die Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen. Oder aber die praktische Selbst-Empathie.

Doch wie soll man nach jahrelanger Selbstverleumdung und Selbstverneinung sich selbst vertrauen und wissen, was man eigentlich wirklich will und was einem eigentlich wirklich gut tut?

Der Selbstwert einer Person, tut seine ganze Persönlichkeit beeinflussen und nimmt einen grossen Einfluss auf die Interaktionen mit anderen Menschen, aber auch seine Motivationen und Emotionen werden dadurch gesteuert.

Aber was bedeutet Selbstwert eigentlich? Es ist der Wert, den ich mir als wissende Instanz, mir selbst gebe. Aber wie erlange ich dieses Wissen? Ganz einfach, indem ich die Reaktionen anderer Menschen in meiner Umgebung, auf meine Person beobachte. Aus diesen sozialen Rückmeldungen erhalte ich meine Informationen und schliesse daraus, dass ich genau diese Person bin, die andere Menschen in mir sehen. Doch entspricht das immer der Wahrheit?

Nein! Glaube ja nicht, wer du bist!

Die Menschen neigen dazu ihren Selbstwert von der sozialen Unterstützung und der Anerkennung anderer Personen abhängig zu machen. Und anstatt die eigene Kompetenz und die eigenen Ansprüche zu sehen, richtet man sich nach Aussagen von Bekannten und Freunden. Eine der bekanntesten Krankheiten, die dieses Phänomen wiederspiegelt ist wohl die Depression. Eine Depression ist nichts anderes, als eine kognitive Verzerrung, die durch eine sehr geringe Meinung über die eigene Person und somit über die eigene Begabungen, Kompetenzen oder sozialen Beziehungen zu beobachten ist.

Eine depressive Person ist der Meinung, dass ihr alles entgleitet, sie keine Kontrolle über ihr Leben hat. Auch ist sie der Meinung, dass sich die Situation, in der sie sich befindet, nicht ändern lässt und dass sie selbst Schuld an dem sozialen Versagen hat. Diese Haltung führt jedoch zu nichts anderem, als einer Misserfolgserwartung, welche mit einem sehr geringen Selbstvertrauen einhergeht. Diese Person ist in einem Teufelskreis gefangen. Durch das geringe Selbstvertrauen und dem geringen Selbstwert, ist diese Person wie gelähmt und kann selbst keine Veränderung in ihrem Leben hervorbringen.. Das Selbstkonzept dieser Person steht einer Veränderung im Weg.

Auch wenn die meisten Menschen es nicht annehmen wollen oder können, ist es dennoch so, dass der Mensch zu jeder Zeit sein komplettes Leben verändern kann. Er muss nur seine Aufmerksamkeit neu ausrichten und lernen sich nicht mehr über andere Personen zu definieren. Die Menschen müssen wieder lernen ihr eigenes Selbstwertgefühl zu entwickeln, die eigene Begabung anzunehmen und diese weiter zu entwicklen. Das Selbstvertrauen ist der Schlüssel hin zur Selbst-Empathie, denn wenn ich mir selbst vertraue, bin ich nicht mehr von anderen abhängig, wenn ich auf meine Begabung vertraue und darauf baue, dass ich wichtig bin, kann ich meinem Leben einen neuen Sinn geben. Und werde so nicht mehr für andere manipulierbar.

Doch wenn ich jahrelang meine Selbstverleumdung gelebt habe, ist es sehr schwierig, mich aus diesem engen Korsett, das ich mir selbst verpasst habe, zu lösen und diese krankhafte Fixierung abzulegen. Die Verankerung dieses falschen Glaubens ist so tiefgreifend, dass die Befreiung daraus einem einiges an Arbeit abverlangt. Doch glaube mir, wenn du dich dazu entscheidest, die Verantwortung für dein eigenes Leben zu übernehmen, die Verantwortung für deine Gefühle und Bedürfnisse zu übernehmen, wirst du es nicht bereuen. Im Gegenteil! Du wirst es lieben und du wirst anfangen das Leben (wieder) zu leben, denn deine Gefühle sind Zeichen deiner Lebendigkeit.

Hier möchte ich gerne M.B. Rosenberg zitieren:

Was auch immer das Gefühl ist – ob Schmerz oder Freude -, es ist ein Geschenk, und seine Schönheit liegt darin, dass es dir zeigt, dass du lebendig bist. Das Ziel im Leben ist nicht, immer glücklich zu sein, sondern all unsere Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen. Was auch immer sich in uns offenbart, es ist das Leben, was sich darin zeigt.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal da Beispiel der depressiven Person aufgreifen. Wie bereits vorhin erwähnt, befindet sich diese Person in einem unüberwindbarem Zustand. Aber nur weil diese Person durch mangelnder oder ausbleibender Willenskraft es nicht schafft ihr Denken und somit ihr Leben zu verändern. Damit diese Person jedoch eine Veränderung hervorbringen kann, muss das Selbstkonzept aufgelöst und durch ein neues ersetzt werden. Doch was bedeutet das konkret?

Hier ein kleiner Exkurs in die Neurologie. Jeder Gedanke erzeugt in unserem Gehirn eine biochemische Reaktion. Was bedeutet, dass das Gehirn chemische Signale freisetzt, die als Boten des Gedanken zu betrachten sind und an den Körper übermittelt werden. Durch diese biochemische Reaktion fühlt der Körper dann das, was wir gerade gedacht haben. Haben wir zum Beispiel beglückende Gedanken, produziert unser Gehirn Dopamin,, was in unserem Körper Gefühle für Entzücken, Begeisterung, Hingabe oder Ekstase verursacht. Sind wir jedoch voller Angst oder Wut, produziert unser Gehirn Neuropeptide, die wiederum in unserem Körper Gefühle wie Verdruss, Groll oder Entrüstung verursachen. Folglich werden unsere Gedanken unmittelbar Wirklichkeit. Der Körper reagiert auf einen Gedanken mit einem Gefühl, was wiederum vom Gehirn registriert wird. Als Reaktion auf diese körperliche Empfindung produziert das Gehirn neue Gedanken mit den dazu passenden chemischen Signalen. (weiterführende Literatur: Schöpfer der Wirklichkeit von Dr. Joe Dispenza)

Unsere depressive Person kann gar nicht anders, solange sie ihr altes Denkmuster nicht aufzulösen vermag. Sie gerät in einen unendlichen Kreislauf von Denken und Fühlen. Das Denken erzeugt Gefühle und Gefühle erzeugen darauf hin neue Gedanken. Und um das alte Denkmuster auflösen zu können, muss diese Person sich selbst verändern und eine neue Denkweise, Handelsweise und Wahrnehmung erlernen. Kurz gesagt, um ihr Leben nachhaltig zu verändern, muss diese Person ihre Aufmerksamkeit auf einen neuen Seinszustand lenken.

Dies gilt aber nicht nur für depressive Personen, dies gilt für alle Personen, die sich weiterentwickeln wollen. Man muss lernen, aus den alten Reaktionsmustern auszusteigen. Denn Entwicklung kann nur entstehen, wenn wir es schaffen in uns selbst etwas zu verändern. Unsere innere Einstellung erzeugt unseren Seinszustand und neue Denkmuster führen uns zu einem neuen Seinsustand.

Doch wie können neue Denkmuster entstehen?

Wir müssen erst einmal lernen zu einem Beobachter unseres eigenen Lebens, unserer Gedanken zu werden. Auch wenn es anfangs befremdend scheint, doch jede Person trägt die Kraft der Selbst-Empathie oder anders ausgedrückt, die Kraft der Selbstwahrnehmung in sich. Die Menschen müssen nur wieder lernen diese Kraft zu gebrauchen und sich richtig anzuwenden.

Doch was finden wir dabei heraus? Was hilft es unsere Gedanken zu beobachten und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken? Ganz einfach, du wirst feststellen, dass ein grosser Teil deiner Gedanken nicht der Wirklichkeit entsprechen. Sie sind einfach nicht wahr! Doch durch unsere alten Gewohnheiten, haben diese Gedanken sich in unser Gehirn festgebrannt und laufen nun automatisch ab, ohne dass wir sie überhaupt auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Diese Gedanken werden zu unbewussten Denkmustern und diese Denkmuster werden zu unserem unbewusstem Seinsmuster. Wir Menschen gewöhnen uns so sehr an diese Denkmuster, dass wir noch nicht einmal mehr andere Wege wahrnehmen können. Wir blockieren uns selbst. Und nur wenn wir unseren Gedanken Aufmerksamkeit schenken, können wir diese alten Denkmuster aufspüren, verstehen und verändern.

Doch nun kommt der schwierigste Teil, wenn wir diese Gedanken und die damit verbundenen Denkmuster aufspüren, müssen wir lernen die damit verbundenen chemischen Reaktionen, die in unserem Körper stattfinden, zu unterbrechen. Und dies geschieht, indem wir lernen unsere Gedanken zu kontrollieren und unsere wahren Gefühle von diesen Pseudo-Gefühlen zu unterscheiden.

Wir müssen unsere Gedanken beobachten ohne ein dazu gehörendes Gefühl, ein so genanntes Pseudo-Gefühl auszulösen. Denn sonst begeben wir uns erneut in dieses automatische Reaktionsmuster von Gedanken – Gefühle – Gedanken – Gefühle usw.

Bei der Beobachtung stellen wir eine Tatsache fest, ohne eine Wahrnehmung hineinzumischen. Interpretationen, Bewertungen, Deutungen und Beurteilen, wären bei einer solchen Beobachtung, fehl am Platze. Die Tatsache sollte schlicht und einfach sein und man sollte seine Aufmerksamkeit auf Fakten richten. Dadurch wird einem bewusst, dass die alten Denkmuster anhand von Interpretationen und Bewertungen entstanden sind.

Wenn es dir gelingt hinter die von dir selbst aufgesetzten Masken zu schauen, kannst du ein wahres Geschenk entdecken. Denn die praktische Selbst-Empathie und die damit verbundene Selbsterkenntnis, lässt dich dein wahres Potenzial und dein wahres Selbst entdecken. Du kannst zum Schöpfer deiner eigenen Wirklichkeit werden und dein Leben neu erschaffen. Auch wenn dies, ein nie endender Akt der Schöpfung ist, denn du kannst dich zu jedem Zeitpunkt neu erschaffen und neue Erfahrungen sammeln. Und schon sehr bald wirst du erkennen, dass dein Leben nichts anderes ist, als ein stätiges Lernen von neuen Dingen. Du wächst zu einem wahren Lebenskünstler heran und wirst zum Meister deines eigenen Lebens. Jede Erfahrung, jede gemeisterte Situation, lässt dich wachsen. Du wirst anfangen, das Leben, mit all seinen Möglichkeiten und all seinen Erscheinungsformen zu lieben

Du fängst an das Leben zu lieben und stellst dabei fest, dass das Leben, nichts anderes als Liebe ist, die jeden von uns durchströmt und nährt. Die Offenbarung dieser Liebe führt uns zu unserem grenzenlosen Potenzial des Bewusstseins.