Ich bin gestern in den sozialen Netzwerken, über folgenden Text gestolpert (Autor unbekannt) und fand ihn recht gut :
Wie man die Zeit anhält : Küssen.
Wie man in der Zeit reist : Lesen.
Wie man der Zeit entkommt : Musik.
Wie man die Zeit spürt : Schreiben.
Wie man die Zeit loslässt : Atmen.
Viele Menschen hängen in der Vergangenheit fest und können sich für die Gegenwart gar nicht öffnen und somit ihre eigene Zukunft nicht selbst gestalten.
Frage dich mal : Wo sind deine Gedanken gerade ?
Ohne, dass es den Menschen bewusst ist, hängen sie in endlos wiederholende Gedankenspiralen fest und grübeln über vergangene Erfahrungen und Erlebnisse. Dabei handelt es sich um Gedanken, die meist mit negativen Gefühlen besetzt sind.
Ihre Gedanken lösen bestimmte Gefühle aus, die dann weitere Gedanken und die dann weitere Gefühle auslösen und so weiter und so weiter. So entsteht ein Gedankenkarussell. Oder wie ich es immer ausdrücke : eine never-ending Story !
So, wird dieser anfängliche Gedanke, mit jedem weiteren Gefühl und Gedanke potenziert.
Deshalb ist es so wichtig dieses Gedankenmuster zu durchbrechen.
Doch oft können wir gar nicht wahrnehmen, was gerade vor sich geht. Unsere Aufmerksamkeit wurde so sehr in diese Gedankenwelt hineingezogen, dass wir das eigentliche Problem gar nicht mehr wahrnehmen können.
Um dieses Gedankenmuster zu durchbrechen, müssen wir es zunächst einmal als dieses erkennen. Erst dann gelingt es, aus diesem Reaktionsmuster auszusteigen.
Die heilende Kraft der Gefühle oder wie die praktische Selbst-Empathie uns hilft unser Leben und das Leben anderer positiv zu beeinflussen.
Nur wenn Menschen sich ihrer selbst bewusst werden und nicht länger ihre Gefühle und Bedürfnisse ignorieren, können sie sich auch den Gefühlen und Bedürfnissen anderer Menschen, den Tieren und Pflanzen mitfühlend öffnen. Eine weitere positive Eigenschaft wäre, dass man durch die Empathie, die man unwillkürlich entwickelt, anfängt den Lebensraum für alle so zu gestalten, dass er für jeden passt und versucht Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen aller gerecht werden.
Deshalb heisst die erste Aufgabe erst einmal: „Sich seiner selbst bewusst werden. Herausfinden, wer man ist, was man fühlt und braucht!“
Hierzu gebrauchen wir die Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen. Oder aber die praktische Selbst-Empathie.
Doch wie soll man nach jahrelanger Selbstverleumdung und Selbstverneinung sich selbst vertrauen und wissen, was man eigentlich wirklich will und was einem eigentlich wirklich gut tut?
Der Selbstwert einer Person, tut seine ganze Persönlichkeit beeinflussen und nimmt einen grossen Einfluss auf die Interaktionen mit anderen Menschen, aber auch seine Motivationen und Emotionen werden dadurch gesteuert.
Aber was bedeutet Selbstwert eigentlich? Es ist der Wert, den ich mir als wissende Instanz, mir selbst gebe. Aber wie erlange ich dieses Wissen? Ganz einfach, indem ich die Reaktionen anderer Menschen in meiner Umgebung, auf meine Person beobachte. Aus diesen sozialen Rückmeldungen erhalte ich meine Informationen und schliesse daraus, dass ich genau diese Person bin, die andere Menschen in mir sehen. Doch entspricht das immer der Wahrheit?
Nein! Glaube ja nicht, wer du bist!
Die Menschen neigen dazu ihren Selbstwert von der sozialen Unterstützung und der Anerkennung anderer Personen abhängig zu machen. Und anstatt die eigene Kompetenz und die eigenen Ansprüche zu sehen, richtet man sich nach Aussagen von Bekannten und Freunden. Eine der bekanntesten Krankheiten, die dieses Phänomen wiederspiegelt ist wohl die Depression. Eine Depression ist nichts anderes, als eine kognitive Verzerrung, die durch eine sehr geringe Meinung über die eigene Person und somit über die eigene Begabungen, Kompetenzen oder sozialen Beziehungen zu beobachten ist.
Eine depressive Person ist der Meinung, dass ihr alles entgleitet, sie keine Kontrolle über ihr Leben hat. Auch ist sie der Meinung, dass sich die Situation, in der sie sich befindet, nicht ändern lässt und dass sie selbst Schuld an dem sozialen Versagen hat. Diese Haltung führt jedoch zu nichts anderem, als einer Misserfolgserwartung, welche mit einem sehr geringen Selbstvertrauen einhergeht. Diese Person ist in einem Teufelskreis gefangen. Durch das geringe Selbstvertrauen und dem geringen Selbstwert, ist diese Person wie gelähmt und kann selbst keine Veränderung in ihrem Leben hervorbringen.. Das Selbstkonzept dieser Person steht einer Veränderung im Weg.
Auch wenn die meisten Menschen es nicht annehmen wollen oder können, ist es dennoch so, dass der Mensch zu jeder Zeit sein komplettes Leben verändern kann. Er muss nur seine Aufmerksamkeit neu ausrichten und lernen sich nicht mehr über andere Personen zu definieren. Die Menschen müssen wieder lernen ihr eigenes Selbstwertgefühl zu entwickeln, die eigene Begabung anzunehmen und diese weiter zu entwicklen. Das Selbstvertrauen ist der Schlüssel hin zur Selbst-Empathie, denn wenn ich mir selbst vertraue, bin ich nicht mehr von anderen abhängig, wenn ich auf meine Begabung vertraue und darauf baue, dass ich wichtig bin, kann ich meinem Leben einen neuen Sinn geben. Und werde so nicht mehr für andere manipulierbar.
Doch wenn ich jahrelang meine Selbstverleumdung gelebt habe, ist es sehr schwierig, mich aus diesem engen Korsett, das ich mir selbst verpasst habe, zu lösen und diese krankhafte Fixierung abzulegen. Die Verankerung dieses falschen Glaubens ist so tiefgreifend, dass die Befreiung daraus einem einiges an Arbeit abverlangt. Doch glaube mir, wenn du dich dazu entscheidest, die Verantwortung für dein eigenes Leben zu übernehmen, die Verantwortung für deine Gefühle und Bedürfnisse zu übernehmen, wirst du es nicht bereuen. Im Gegenteil! Du wirst es lieben und du wirst anfangen das Leben (wieder) zu leben, denn deine Gefühle sind Zeichen deiner Lebendigkeit.
Hier möchte ich gerne M.B. Rosenberg zitieren:
Was auch immer das Gefühl ist – ob Schmerz oder Freude -, es ist ein Geschenk, und seine Schönheit liegt darin, dass es dir zeigt, dass du lebendig bist. Das Ziel im Leben ist nicht, immer glücklich zu sein, sondern all unsere Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen. Was auch immer sich in uns offenbart, es ist das Leben, was sich darin zeigt.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal da Beispiel der depressiven Person aufgreifen. Wie bereits vorhin erwähnt, befindet sich diese Person in einem unüberwindbarem Zustand. Aber nur weil diese Person durch mangelnder oder ausbleibender Willenskraft es nicht schafft ihr Denken und somit ihr Leben zu verändern. Damit diese Person jedoch eine Veränderung hervorbringen kann, muss das Selbstkonzept aufgelöst und durch ein neues ersetzt werden. Doch was bedeutet das konkret?
Hier ein kleiner Exkurs in die Neurologie. Jeder Gedanke erzeugt in unserem Gehirn eine biochemische Reaktion. Was bedeutet, dass das Gehirn chemische Signale freisetzt, die als Boten des Gedanken zu betrachten sind und an den Körper übermittelt werden. Durch diese biochemische Reaktion fühlt der Körper dann das, was wir gerade gedacht haben. Haben wir zum Beispiel beglückende Gedanken, produziert unser Gehirn Dopamin,, was in unserem Körper Gefühle für Entzücken, Begeisterung, Hingabe oder Ekstase verursacht. Sind wir jedoch voller Angst oder Wut, produziert unser Gehirn Neuropeptide, die wiederum in unserem Körper Gefühle wie Verdruss, Groll oder Entrüstung verursachen. Folglich werden unsere Gedanken unmittelbar Wirklichkeit. Der Körper reagiert auf einen Gedanken mit einem Gefühl, was wiederum vom Gehirn registriert wird. Als Reaktion auf diese körperliche Empfindung produziert das Gehirn neue Gedanken mit den dazu passenden chemischen Signalen. (weiterführende Literatur: Schöpfer der Wirklichkeit von Dr. Joe Dispenza)
Unsere depressive Person kann gar nicht anders, solange sie ihr altes Denkmuster nicht aufzulösen vermag. Sie gerät in einen unendlichen Kreislauf von Denken und Fühlen. Das Denken erzeugt Gefühle und Gefühle erzeugen darauf hin neue Gedanken. Und um das alte Denkmuster auflösen zu können, muss diese Person sich selbst verändern und eine neue Denkweise, Handelsweise und Wahrnehmung erlernen. Kurz gesagt, um ihr Leben nachhaltig zu verändern, muss diese Person ihre Aufmerksamkeit auf einen neuen Seinszustand lenken.
Dies gilt aber nicht nur für depressive Personen, dies gilt für alle Personen, die sich weiterentwickeln wollen. Man muss lernen, aus den alten Reaktionsmustern auszusteigen. Denn Entwicklung kann nur entstehen, wenn wir es schaffen in uns selbst etwas zu verändern. Unsere innere Einstellung erzeugt unseren Seinszustand und neue Denkmuster führen uns zu einem neuen Seinsustand.
Doch wie können neue Denkmuster entstehen?
Wir müssen erst einmal lernen zu einem Beobachter unseres eigenen Lebens, unserer Gedanken zu werden. Auch wenn es anfangs befremdend scheint, doch jede Person trägt die Kraft der Selbst-Empathie oder anders ausgedrückt, die Kraft der Selbstwahrnehmung in sich. Die Menschen müssen nur wieder lernen diese Kraft zu gebrauchen und sich richtig anzuwenden.
Doch was finden wir dabei heraus? Was hilft es unsere Gedanken zu beobachten und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken? Ganz einfach, du wirst feststellen, dass ein grosser Teil deiner Gedanken nicht der Wirklichkeit entsprechen. Sie sind einfach nicht wahr! Doch durch unsere alten Gewohnheiten, haben diese Gedanken sich in unser Gehirn festgebrannt und laufen nun automatisch ab, ohne dass wir sie überhaupt auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Diese Gedanken werden zu unbewussten Denkmustern und diese Denkmuster werden zu unserem unbewusstem Seinsmuster. Wir Menschen gewöhnen uns so sehr an diese Denkmuster, dass wir noch nicht einmal mehr andere Wege wahrnehmen können. Wir blockieren uns selbst. Und nur wenn wir unseren Gedanken Aufmerksamkeit schenken, können wir diese alten Denkmuster aufspüren, verstehen und verändern.
Doch nun kommt der schwierigste Teil, wenn wir diese Gedanken und die damit verbundenen Denkmuster aufspüren, müssen wir lernen die damit verbundenen chemischen Reaktionen, die in unserem Körper stattfinden, zu unterbrechen. Und dies geschieht, indem wir lernen unsere Gedanken zu kontrollieren und unsere wahren Gefühle von diesen Pseudo-Gefühlen zu unterscheiden.
Wir müssen unsere Gedanken beobachten ohne ein dazu gehörendes Gefühl, ein so genanntes Pseudo-Gefühl auszulösen. Denn sonst begeben wir uns erneut in dieses automatische Reaktionsmuster von Gedanken – Gefühle – Gedanken – Gefühle usw.
Bei der Beobachtung stellen wir eine Tatsache fest, ohne eine Wahrnehmung hineinzumischen. Interpretationen, Bewertungen, Deutungen und Beurteilen, wären bei einer solchen Beobachtung, fehl am Platze. Die Tatsache sollte schlicht und einfach sein und man sollte seine Aufmerksamkeit auf Fakten richten. Dadurch wird einem bewusst, dass die alten Denkmuster anhand von Interpretationen und Bewertungen entstanden sind.
Wenn es dir gelingt hinter die von dir selbst aufgesetzten Masken zu schauen, kannst du ein wahres Geschenk entdecken. Denn die praktische Selbst-Empathie und die damit verbundene Selbsterkenntnis, lässt dich dein wahres Potenzial und dein wahres Selbst entdecken. Du kannst zum Schöpfer deiner eigenen Wirklichkeit werden und dein Leben neu erschaffen. Auch wenn dies, ein nie endender Akt der Schöpfung ist, denn du kannst dich zu jedem Zeitpunkt neu erschaffen und neue Erfahrungen sammeln. Und schon sehr bald wirst du erkennen, dass dein Leben nichts anderes ist, als ein stätiges Lernen von neuen Dingen. Du wächst zu einem wahren Lebenskünstler heran und wirst zum Meister deines eigenen Lebens. Jede Erfahrung, jede gemeisterte Situation, lässt dich wachsen. Du wirst anfangen, das Leben, mit all seinen Möglichkeiten und all seinen Erscheinungsformen zu lieben
Du fängst an das Leben zu lieben und stellst dabei fest, dass das Leben, nichts anderes als Liebe ist, die jeden von uns durchströmt und nährt. Die Offenbarung dieser Liebe führt uns zu unserem grenzenlosen Potenzial des Bewusstseins.