In Beziehungen wünschen wir uns Offenheit, Vertrauen und Ehrlichkeit. Doch manchmal erleben wir, dass der Partner sich ständig rechtfertigt – oft selbst für Kleinigkeiten – und dabei sogar die Unwahrheit sagt oder Dinge beschönigt. Dieses Verhalten, das sich wie ein ständiges „Flunkern“ anfühlt, ist nicht nur irritierend, sondern kann das Vertrauen tief erschüttern. Doch was bedeutet es wirklich, wenn ein Partner so agiert?
Mehr als nur eine „kleine Lüge“: Die Psychologie dahinter
Wenn jemand ständig das Bedürfnis hat, sich zu rechtfertigen und dabei flunkert, deutet das selten auf bösen Willen hin. Vielmehr ist es oft ein Schutzmechanismus, der tieferliegende Ursachen hat:
Tiefe Angst vor Ablehnung und Verurteilung:
Oft haben diese Menschen in ihrer Kindheit oder in früheren Beziehungen gelernt, dass Fehler oder ehrliche Bedürfnisse bestraft werden. Sie glauben, dass sie nicht „gut genug“ sind, so wie sie sind, und versuchen, durch perfekte Rechtfertigungen oder kleine Lügen Ablehnung zu vermeiden.
Beispiel: Ein Kind, das für jeden kleinen Fehler stark kritisiert wurde, lernt, seine Handlungen zu beschönigen, um Ärger zu vermeiden. Dieses Muster trägt es ins Erwachsenenalter.
Mangelndes Selbstwertgefühl:
Wer einen geringen Selbstwert hat, glaubt, dass er nicht gut genug ist, um einfach so akzeptiert zu werden. Er fühlt sich genötigt, seine Taten durch Rechtfertigungen zu „verbessern“ oder durch Flunkern in einem besseren Licht darzustellen.
Beispiel: Der Partner kommt zu spät und erfindet eine komplizierte Geschichte über Stau, statt einfach zuzugeben, dass er sich verplant hat – aus Angst, als unzuverlässig angesehen zu werden.
Unerlernte Eigenverantwortung und Autonomie:
Manche Menschen hatten nie die Chance, wirklich eigenverantwortlich zu handeln und dafür einzustehen. Sie sind es gewohnt, dass andere (Eltern, frühere Partner) über ihre Entscheidungen geurteilt haben. Daher fehlt ihnen die innere Sicherheit, einfach zu sagen: „Ich habe das so entschieden.“
Beispiel: Der Partner möchte alleine mit Freunden ausgehen, erfindet aber einen Grund wie „Ich muss einen Kollegen treffen“, weil er befürchtet, dass sein Wunsch nach Freiheit auf Kritik stößt.
Kontrollverlust und Unsicherheit:
Das Flunkern kann ein Versuch sein, die Kontrolle über die Wahrnehmung durch den anderen zu behalten. Indem die Realität verändert wird, versucht die Person, Unsicherheit zu vermeiden oder ein bestimmtes Bild aufrechtzuerhalten.
Beispiel: Eine Kleinigkeit geht kaputt. Statt es zuzugeben, wird eine Ausrede erfunden, um nicht als „unfähig“ dazustehen.
Die Auswirkungen auf die Beziehung
Dieses Verhalten kann für den Partner sehr belastend sein:
Vertrauensverlust: Wiederholtes Flunkern, egal wie klein, untergräbt das Fundament jeder Beziehung: das Vertrauen.
Gefühl der Distanz: Es entsteht eine Barriere, da man spürt, dass der andere nicht vollständig authentisch ist.
Mangel an Augenhöhe: Der rechtfertigende oder flunkernde Partner macht sich selbst kleiner. Es entsteht eine Dynamik, in der sich einer ständig zu beweisen versucht, während der andere das Gefühl bekommt, in einer übergeordneten Position zu sein – nicht auf Augenhöhe.
Frustration und Verwirrung: Man fragt sich, warum die Ehrlichkeit so schwerfällt, und fühlt sich in der Beziehung nicht klar.
Was tun, wenn dein Partner sich rechtfertigt und flunkert?
Erkenne das Muster, nimm es nicht persönlich: Verstehe, dass dieses Verhalten meist aus einer tiefen Unsicherheit des Partners kommt und nichts mit deinem Wert zu tun hat.
Klare Kommunikation und Grenzen: Sprich an, was du wahrnimmst, aber ohne Anklage. Formuliere es als deine Beobachtung und dein Bedürfnis: „Ich habe das Gefühl, du rechtfertigst dich gerade. Das musst du nicht bei mir. Ich wünsche mir Offenheit.“
Biete Sicherheit, aber fordere Verantwortung: Schaffe einen Raum, in dem dein Partner sich sicher fühlen kann, ehrlich zu sein, aber bestehe auch darauf, dass er die Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Zeige, dass du ihm auf Augenhöhe begegnen möchtest.
Setze deine eigenen Grenzen: Wenn das Verhalten chronisch wird und das Vertrauen immer wieder bricht, ist es wichtig, deine eigenen Grenzen zu schützen. Eine Beziehung auf Augenhöhe erfordert die Bereitschaft beider, ehrlich zu sein.
Das ständige Rechtfertigen und Flunkern ist ein Hilferuf eines Teils der Persönlichkeit, der gelernt hat, dass er nicht gut genug ist, so wie er ist. Wahre Heilung geschieht, wenn derjenige, der dieses Verhalten zeigt, bereit ist, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen und zu lernen, dass er nicht perfekt sein muss, um geliebt und akzeptiert zu werden.
Du bist mitten in der aufregenden Kennenlernphase. Die Schmetterlinge fliegen, die Gespräche sind tiefgründig, und alles fühlt sich leicht und vielversprechend an. Doch plötzlich – Stille. Er zieht sich zurück. Die Nachrichten werden seltener, die Anrufe bleiben aus, und die gemeinsame Zeit schrumpft. Was ist passiert?
Dieses plötzliche Verschwinden oder die Distanz in einer sich anbahnenden Verbindung ist nicht nur verwirrend, sondern oft auch schmerzhaft. Es ist, als würde ein Vorhang fallen, der den Blick auf etwas freigibt, das vorher verborgen war. Und genau hier kommt die Psychologie des „Schattens“ ins Spiel.
Der Rückzug: Mehr als nur Desinteresse
Wenn sich ein Mann in der Kennenlernphase zurückzieht, ist das selten eine kalte, kalkulierte Entscheidung, dich zu verletzen. Vielmehr ist es oft ein Ausdruck innerer Konflikte und alter Prägungen, die durch die aufkeimende Nähe und Intimität aktiviert werden. Es ist, als würde ein innerer Alarm ausgelöst, der ihn zur Flucht drängt.
Der Schatten ist der Teil unserer Persönlichkeit, den wir nicht sehen oder nicht sehen wollen. Das können unerwünschte Eigenschaften, verdrängte Impulse oder auch ungenutzte Potenziale sein. Wenn er sich zurückzieht, klopft sein Schatten an. Er wird mit den Aspekten seiner selbst konfrontiert, die er vielleicht nicht sehen oder fühlen möchte. Es ist ein innerer Kampf, der sich im Außen als Distanz manifestiert.
Der Geist des Mannes im Angesicht der Nähe: Ein Blick hinter die Fassade
Wenn ein Mann sich in der Kennenlernphase zurückzieht, ist das oft ein Zeichen dafür, dass etwas in ihm selbst ausgelöst wurde. Er mag auf eine Schwelle gestoßen sein, die seine eigenen Ängste, Unsicherheiten oder unverarbeiteten Themen berührt.
Hier sind einige konkrete Beispiele, wie sich dieser „Schatten“ zeigen kann:
Der „Jäger“ und das Bedürfnis nach Autonomie: Ein Mann, der in seiner Jugend gelernt hat, dass seine Mutter ihn emotional erdrückt hat, könnte bei aufkeimender Nähe das unbewusste Gefühl bekommen, dass seine Freiheit bedroht ist. Obwohl du ihm keinen Druck machst, fühlt er sich „eingeschnürt“ und zieht sich zurück, um seinen Raum zurückzuerobern, den er als verloren empfindet. Sein Schatten ist hier die Angst vor Kontrollverlust und emotionaler Vereinnahmung.
Der „Lösungsfinder“ und die Angst vor Emotionen: Ihr hattet ein sehr offenes, emotionales Gespräch über eure Gefühle füreinander. Er hat gemerkt, dass er tiefe Gefühle für dich entwickelt. Anstatt diese Gefühle anzunehmen, löst das in ihm Panik aus, da er nicht weiß, wie er mit dieser emotionalen Tiefe umgehen soll. Er hat keine „Lösung“ dafür. Sein Schatten ist die Unfähigkeit, mit komplexen, unlösbaren Emotionen umzugehen, und die Angst vor Verletzlichkeit. Er zieht sich zurück, weil er sich emotional überfordert fühlt und keinen „Ausweg“ sieht.
Der „Schattenspieler“: Projektionen und alte Wunden:
Beispiel für Verlustangst: Ein Mann wurde in seiner Kindheit von einer Bezugsperson plötzlich verlassen. Jedes Mal, wenn eine neue Beziehung ernst wird und echte Bindung entsteht, aktiviert das in ihm die tiefe, unbewusste Angst, wieder verlassen zu werden. Um diesen Schmerz zu vermeiden, verlässt er lieber selbst zuerst, auch wenn er dich eigentlich mag. Sein Schatten ist hier die unverarbeitete Verlustangst und das Gefühl, Beziehungen seien unsicher. Er handelt aus einer alten Wunde heraus.
Beispiel für Gefühl der Unzulänglichkeit: Ihr habt über eure Zukunft gesprochen, und er spürt, dass du jemanden suchst, der sehr ambitioniert und erfolgreich ist. Obwohl er dich mag, bekommt er das Gefühl, nicht gut genug zu sein oder deinen Erwartungen nicht gerecht werden zu können. Anstatt darüber zu sprechen, zieht er sich zurück, weil er sich vor der „Entlarvung“ seiner vermeintlichen Schwächen fürchtet. Sein Schatten ist das Gefühl der Unzulänglichkeit oder ein geringes Selbstwertgefühl.
Beispiel für Angst vor dem eigenen Potenzial: Du hast ihm gesagt, wie sehr du seine empathische Seite schätzt und wie gut er zuhören kann. Paradoxerweise könnte genau das ihn abschrecken, wenn er diese emotionalen Stärken in der Vergangenheit als Schwäche gelernt hat. Die Aussicht, diese Seiten voll zu leben und eine tiefe, emotionale Beziehung zu führen, ist ihm unheimlich, weil es seine alte Definition von „Männlichkeit“ in Frage stellt. Sein Schatten ist hier die Angst vor der vollen Entfaltung seines emotionalen Potenzials und dem damit verbundenen Bruch mit alten Rollenbildern.
Der Druck des „Muss“: Wenn Kennenlernen zum Projekt wird: Ihr habt euch wochenlang getroffen und alles war ungezwungen. Plötzlich fragt ein Freund beiläufig, ob ihr jetzt ein „Paar“ seid. Oder er spürt, dass du vielleicht eine gemeinsame Reise planst. Auch wenn das noch nicht konkret ist, kann dieses Gefühl der „Festlegung“ ihn überfordern, weil er sich nicht sicher ist, ob er schon bereit ist, diesen nächsten Schritt zu gehen, oder ob er überhaupt das Richtige für dich ist. Sein Schatten ist die Angst vor langfristigen Verpflichtungen und der Verlust der Unverbindlichkeit.
Die Herausforderung für dich: Angemessen auf den Rückzug reagieren
Wenn er sich zurückzieht, steht man als betroffene Person vor einer doppelten Herausforderung: Man muss mit den eigenen Gefühlen der Verwirrung, Enttäuschung und Sorge umgehen, während man gleichzeitig versucht, die Reaktion des anderen zu interpretieren, ohne sich selbst zu verlieren.
Die häufigsten und verständlichsten Reaktionen sind:
Selbstzweifel: „Habe ich etwas falsch gemacht? Bin ich nicht gut genug?“ Das nagt am Selbstwertgefühl.
Angst vor Verlust: Die aufkeimende Verbindung droht zu zerbrechen, was panische Reaktionen wie Klammern oder Überanalysieren auslösen kann.
Wut und Frustration: Das Gefühl, hingehalten oder nicht ernst genommen zu werden, kann zu Ärger führen.
Das Bedürfnis nach Klarheit: Man möchte verstehen, was passiert ist, um die Situation einordnen zu können.
Doch gerade in diesen emotionalen Momenten ist es entscheidend, nicht impulsiv zu reagieren, denn das könnte den Rückzug des Mannes noch verstärken oder eine ungesunde Dynamik schaffen.
Warum deine Reaktion so entscheidend für ihn ist
Dein Verhalten in dieser Phase der Distanz ist für ihn, der sich in seinem inneren Konflikt befindet, ein wichtiger Prüfstein – oft unbewusst und tiefgreifend entscheidend. Es kann darüber bestimmen, ob er den Mut findet, sich seinen Ängsten zu stellen, oder ob er sich noch weiter zurückzieht.
„Falsches“ Verhalten: Der Rückzug verstärkt sich
Klammern und Druck: Wenn du ihn mit Nachrichten bombardierst, ihn zur Rede stellst oder versuchst, ihn zum Reden zu zwingen, kann das seine Ängste vor Kontrollverlust oder emotionaler Vereinnahmung massiv bestätigen. Er fühlt sich in die Enge getrieben und wird wahrscheinlich noch mehr fliehen, um sich zu schützen.
Drama und Vorwürfe: Eine emotionale Reaktion mit Vorwürfen, Tränen oder Wut kann seine Angst vor emotionaler Überforderung verstärken. Er sieht sich bestätigt in seinem Gefühl, nicht mit solchen „komplexen“ Gefühlen umgehen zu können, und zieht sich noch tiefer in seine Komfortzone zurück.
Selbsterniedrigung: Wenn du dich klein machst, um ihn zurückzugewinnen, oder ständig deine Fehler suchst, vermittelt das ihm (und dir) ein Bild von Unsicherheit. Das kann seine Zweifel an der Beziehung nähren oder ihn sogar dazu bringen, dich nicht mehr zu respektieren.
„Richtiges“ Verhalten: Ein Raum für Auflösung wird geschaffen
Raum geben ohne Gleichgültigkeit: Indem du ihm den Raum gibst, den er braucht, zeigst du Respekt für seine inneren Prozesse und nimmst ihm den Druck. Gleichzeitig signalisiert dein Festhalten an dir selbst (ohne ihn zu drängen), dass du nicht verzweifelt bist. Dies kann ihn entspannen und ihm das Gefühl geben, dass er sicher sein kann, wenn er wieder hervorkommt.
Selbstsicherheit und Erdung: Deine Fähigkeit, ruhig und zentriert zu bleiben, auch wenn du innerlich aufgewühlt bist, signalisiert Stärke. Du bist nicht von seiner Anwesenheit abhängig, um dich vollständig zu fühlen. Diese Stabilität kann für ihn sehr anziehend wirken, da sie ihm Sicherheit vermittelt und seine eigenen Unsicherheiten nicht verstärkt.
Grenzen setzen: Wenn du klar kommunizierst (nach einer angemessenen Wartezeit), dass du an einer klaren und respektvollen Kommunikation interessiert bist und nicht in Ungewissheit verharren wirst, setzt du gesunde Grenzen. Das zeigt ihm, dass du dich selbst wertschätzt und nicht bereit bist, dich im Nebel seiner ungelösten Probleme zu verlieren. Es kann ihn dazu anregen, sich selbst zu reflektieren und dir Klarheit zu verschaffen.
Authentizität: Indem du deine eigenen Gefühle zwar fühlst, aber nicht über ihn auskippst, sondern dich um dein eigenes Wohl kümmerst, zeigst du ihm eine Form von Reife und emotionaler Selbstregulation, die Vertrauen schaffen kann.
Was du tun kannst, wenn der Schatten anklopft (und deine Gefühle hochkochen)
Nimm es nicht persönlich (so schwer es auch fällt): Erinnere dich immer wieder daran: Sein Rückzug sagt in erster Linie etwas über seine eigenen inneren Prozesse aus, nicht über deinen Wert oder eure Kompatibilität. Es ist seine Aufgabe, sich seinen Schatten anzusehen, nicht deine.
Erlaube dir, deine Gefühle zu fühlen: Es ist in Ordnung, enttäuscht, traurig oder wütend zu sein. Unterdrücke diese Gefühle nicht. Sprich mit einer vertrauten Person, schreibe sie auf oder nutze Sport, um sie zu verarbeiten. Das hilft dir, deine Emotionen zu sortieren, bevor du handelst.
Gib Raum, aber nicht auf Kosten deiner Würde: Zuerst ist es ratsam, dem Mann den Raum zu geben, den er offenbar braucht. Bedränge ihn nicht mit Anrufen oder Nachrichten. Das gibt ihm die Möglichkeit, zu sich zu finden. Aber sei auch klar, wie viel Raum du geben kannst, ohne dich selbst zu vernachlässigen. Es gibt einen Unterschied zwischen Raum geben und ignoriert werden.
Fokussiere dich auf dich selbst und deine Erdung: Nutze diese Zeit, um dich auf dein eigenes Wohlbefinden zu konzentrieren. Was tut dir gut? Was sind deine Bedürfnisse? Pflege deine Selbstliebe und deine eigenen Interessen. Bleibe in deiner Kraft und bei dem, was dir Halt gibt.
Setze (innere) Grenzen und schütze dich: Wenn der Rückzug zu lange dauert oder sich ungesund anfühlt, ist es wichtig, für dich selbst Klarheit zu schaffen. Manchmal bedeutet das, nach einer angemessenen Wartezeit einmal das Gespräch zu suchen, um deine eigene Position zu klären („Ich spüre, dass du dich zurückziehst. Ich wollte wissen, wie es dir geht und wo wir stehen, damit ich das für mich einordnen kann.“). Manchmal ist es aber auch besser, für dich selbst die Entscheidung zu treffen, weiterzugehen, wenn keine Bereitschaft zur Klärung da ist oder der Rückzug ein wiederkehrendes Muster ist, das dich emotional auslaugt.
Sei ehrlich zu dir, was du brauchst: Eine gesunde Beziehung basiert auf Präsenz, Ehrlichkeit und dem Mut, sich zu zeigen – mit Licht und Schatten. Wenn der „Schatten“ des anderen eine Mauer zwischen euch baut und er nicht bereit ist, daran zu arbeiten, dann ist das ein wichtiges Signal. Du verdienst jemanden, der bereit ist, sich der Verbindung zu stellen und an ihr zu arbeiten.
Der Rückzug in der Kennenlernphase kann schmerzhaft sein, aber er ist auch eine Chance zur Klärung. Er zeigt dir, wo der andere steht, und gibt dir die Möglichkeit, zu entscheiden, ob du bereit bist, auf jemanden zu warten, der erst seine inneren Dämonen konfrontieren muss, oder ob du lieber nach jemandem suchst, der von Anfang an mit beiden Beinen auf dem Boden steht und bereit ist, sich zu zeigen – mit Licht und Schatten.
Frustration, beschreibt den Zustand bei Versagungs-, Enttäuschungs-, Misserfolgserlebnissen aufgrund unbefriedigter oder enttäuschter Erwartungen
Fühlst du dich nicht auch manchmal frustriert ?
Ich habe genau diesen Zustand in den letzten Tagen live erleben dürfen.
Ich erlebte eine Mischung aus Frust, Hoffnungslosigkeit und Leck-mich-Am-Arsch-Mentalität, die mich weder vorwärts, noch rückwärts brachte. Ich erlebte den totalen Stillstand. Einige mögen behaupten, es handele sich um die Ruhe vor dem Sturm. Andere mögen behaupten, dass es sich um die Angst vor dem Unbekannten handelt, die mich blockiert den nächsten Schritt zu tun.
Ich hingegen meine, dass es ganz einfach etwas mit der mentalen Allgemeinstimmung zu tun hat. Dieses Ausgeliefertsein-Gefühl an die Politik, Wissenschaft oder Allgemeinheit und das damit einhergehende Gefühl von Machtlosigkeit, das viele gerade erleben oder erlebt haben.
Ich habe mich jetzt schon einige Zeit damit beschäftigt um rauszufinden, warum ich fühle, was ich fühle.
Im Allgemeinen geht es mir und den Kindern gut. Ich habe einen Lebensweg den ich folge, also habe ich nicht dieses Gefühl von Sinnlosigkeit in mir. Deshalb gibt es für mich eigentlich keinen direkten Grund dieses komische Gefühl zu erleben.
Es ist als ob man sich seinem Schicksal einfach ergibt und sich damit abfindet, weil es ja eh keinen Ausweg gibt. Ich denke, dass diese Erklärung genau das beschreiben tut, was ich gefühlt habe.
Ich, für meinen Teil, bin eigentlich nicht bereit ein Schicksal, das andere mir auferlegen wollen, einfach anzunehmen.
Denn ich erwarte einfach mehr vom Leben !
Eine Freundin behauptete mal, dass ich eine Prinzessin bin, weil ich mich eben nicht, mit den kleinen Dingen zufrieden geben mag oder dass ich mehr zum „Glücklichsein“ brauche und wies mich darauf hin, dass ich mich vielleicht einfach darauf einstellen sollte, mit weniger klar zu kommen. (an diese Freundin : falls du diesen Text liest, bitte sei mir nicht böse, aber dieses Beispiel passt gerade sehr gut hier hin und ich weiss, dass es nicht bös gemeint ist oder war)
Wenn ich ehrlich bin, widerspricht das meiner Lebenseinstellung und sogar dem Leben selbst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dazu verdammt sein sollen, ein Leben in Selbstkastei zu verbringen.
Das „menschliche“ Bewusstsein kann so grossartige Dinge hervorbringen, wieso sollten wir uns diesen verschliessen ?
Wenn wir schon diese schöpferische Kraft in uns tragen, dann sollten wir diese auch dazu nutzen, schöpferisch tätig zu werden. Und sie nicht unterdrücken oder einfach ignorieren.
Gerade jetzt, ist der schöpferische Geist gefragt.
Schon als Kind (12 Jahre) dachte ich mir, dass die Menschen, eigentlich jeden Tag eine Wiederholung des vorangegangenen Tag erleben. Tag für Tag, den gleichen Trott. Ich beobachte die Menschen und erkannte, dass diese ganze Handlungen, sie gar nicht erfüllten und doch gaben sie sich dieser Tätigkeit täglich hin. Sie waren mies gelaunt, gestresst und standen unter Druck und ich fragte mich damals schon wieso sie es nicht schafften sich aus dieser Wiederholung zu befreien. Klar, mussten sie Geld verdienen. Aber wäre es nicht viel schöner gewesen, würden sie einer Tätigkeit nachgehen, die sie wirklich erfüllt ?
Jetzt kappe 35 Jahre später, sehe ich die „gleichen“ Menschen immer noch genau so mies gelaunt durch die Welt laufen. Für den Grossteil der Menschen hat sich nichts geändert, es ist vielleicht sogar noch viel schlimmer geworden.
Meiner Einschätzung nach, kommt es, weil die Menschen sich dazu genötigt fühlen, ein Leben zu leben, das ihrer eigentlichen Natur widerspricht.
Sie werden gelebt, aber sie leben nicht mehr selbst !
Mag es der Staat sein, die Kirche, die Gesellschaft, die Familie, jeder weiss mittlerweile besser, wie dein eigenes Leben zu funktionieren hat, als du selbst !
Das hat aber nur wenig mit einem selbstbestimmten Leben zu tun !
Der Mensch ist von einem Schöpfer, zum mentalen Sklaven degradiert worden, indem er den Glaubensätzen anderer folgt, sie annimmt, kopiert, in anderen reproduziert und sein ganzes Leben daran ausrichtet.
Der Mensch denkt und fühlt nicht mehr selbst. Er gibt sich diesen „alten“ Glaubenssätzen demütig hin und erlaubt sich nicht mehr selbst Träume und Wünsche zu haben, seine Grossartigkeit zu leben, seinen Geist, frei von Einschränkungen, zu benutzen.
Sind wir nicht auf der Welt, um unsere verborgenen Talente zu entdecken und zu offenbaren ?
Sind wir nicht auf der Welt, um die höchste Ebene des Selbstausdrucks zu erreichen ?
Sind wir nicht auf der Welt, um die Schönheit der Welt, auf unsere ganz eigene Art und Weise zu entdecken, zu bestaunen und selbst zu deren Schönheit beizutragen?
Wenn wir die Glaubenssätze oder Denkweisen eines anderen übernehmen, sind wir nichts anderes als eine Kopie, eine Reproduktion von jemand anderem ! Also leben wir nicht selbst !
Das menschliche Bewusstsein ist aber darauf ausleget, sich zu entwickeln, sich zu entfalten, sich durch die eigenen Wahrnehmung zu erforschen und zu erkennen und nicht um einfach Kopien herzustellen.
Das Leben ist so voller Möglichkeiten, schau dir nur die grosse Biodiversität der Natur an. Wieso also, sollte der Mensch sich in einem Einheitsbrei bewegen, wo jeder nur die Kopie eines anderen ist ?
Ich schickte meine Seele aus zu suchen das Jenseits, die Quelle; sie kam zurück und sagte zu mir:
„Ich selbst bin Himmel und Hölle.“
Omar Khayaam, Rubaiyyat
Die alten hebräischen Mystiker lehrten, dass der Teufel jemand sei, der Lügen über Gott verbreitet, die Wahrheiten Gottes verdreht und verfälscht und dessen Handeln gegen die göttlichen Gesetze verstösst. Wenn es in deinem Leben Unglück und Misserfolg gibt, spielst du vielleicht unabsichtlich die Rolles des Teufels in deiner Welt.
Dr. Joseph Murphy
Besonders das letzte Zitat drückt aus, was ich zu erklären versuche.
Wir sind schöpferische Wesen und sollten keine mental versklavte Menschen sein !