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Wenn Rechtfertigung und Flunkern die Beziehung belasten:

Was dahinter steckt

In Beziehungen wünschen wir uns Offenheit, Vertrauen und Ehrlichkeit. Doch manchmal erleben wir, dass der Partner sich ständig rechtfertigt – oft selbst für Kleinigkeiten – und dabei sogar die Unwahrheit sagt oder Dinge beschönigt. Dieses Verhalten, das sich wie ein ständiges „Flunkern“ anfühlt, ist nicht nur irritierend, sondern kann das Vertrauen tief erschüttern. Doch was bedeutet es wirklich, wenn ein Partner so agiert?


Mehr als nur eine „kleine Lüge“: Die Psychologie dahinter


Wenn jemand ständig das Bedürfnis hat, sich zu rechtfertigen und dabei flunkert, deutet das selten auf bösen Willen hin. Vielmehr ist es oft ein Schutzmechanismus, der tieferliegende Ursachen hat:

  • Tiefe Angst vor Ablehnung und Verurteilung:

Oft haben diese Menschen in ihrer Kindheit oder in früheren Beziehungen gelernt, dass Fehler oder ehrliche Bedürfnisse bestraft werden. Sie glauben, dass sie nicht „gut genug“ sind, so wie sie sind, und versuchen, durch perfekte Rechtfertigungen oder kleine Lügen Ablehnung zu vermeiden.

Beispiel: Ein Kind, das für jeden kleinen Fehler stark kritisiert wurde, lernt, seine Handlungen zu beschönigen, um Ärger zu vermeiden. Dieses Muster trägt es ins Erwachsenenalter.

  • Mangelndes Selbstwertgefühl:

Wer einen geringen Selbstwert hat, glaubt, dass er nicht gut genug ist, um einfach so akzeptiert zu werden. Er fühlt sich genötigt, seine Taten durch Rechtfertigungen zu „verbessern“ oder durch Flunkern in einem besseren Licht darzustellen.

Beispiel: Der Partner kommt zu spät und erfindet eine komplizierte Geschichte über Stau, statt einfach zuzugeben, dass er sich verplant hat – aus Angst, als unzuverlässig angesehen zu werden.

  • Unerlernte Eigenverantwortung und Autonomie:

Manche Menschen hatten nie die Chance, wirklich eigenverantwortlich zu handeln und dafür einzustehen. Sie sind es gewohnt, dass andere (Eltern, frühere Partner) über ihre Entscheidungen geurteilt haben. Daher fehlt ihnen die innere Sicherheit, einfach zu sagen: „Ich habe das so entschieden.“

Beispiel: Der Partner möchte alleine mit Freunden ausgehen, erfindet aber einen Grund wie „Ich muss einen Kollegen treffen“, weil er befürchtet, dass sein Wunsch nach Freiheit auf Kritik stößt.

  • Kontrollverlust und Unsicherheit:

Das Flunkern kann ein Versuch sein, die Kontrolle über die Wahrnehmung durch den anderen zu behalten. Indem die Realität verändert wird, versucht die Person, Unsicherheit zu vermeiden oder ein bestimmtes Bild aufrechtzuerhalten.

Beispiel: Eine Kleinigkeit geht kaputt. Statt es zuzugeben, wird eine Ausrede erfunden, um nicht als „unfähig“ dazustehen.


Die Auswirkungen auf die Beziehung


Dieses Verhalten kann für den Partner sehr belastend sein:

  • Vertrauensverlust: Wiederholtes Flunkern, egal wie klein, untergräbt das Fundament jeder Beziehung: das Vertrauen.
  • Gefühl der Distanz: Es entsteht eine Barriere, da man spürt, dass der andere nicht vollständig authentisch ist.
  • Mangel an Augenhöhe: Der rechtfertigende oder flunkernde Partner macht sich selbst kleiner. Es entsteht eine Dynamik, in der sich einer ständig zu beweisen versucht, während der andere das Gefühl bekommt, in einer übergeordneten Position zu sein – nicht auf Augenhöhe.
  • Frustration und Verwirrung: Man fragt sich, warum die Ehrlichkeit so schwerfällt, und fühlt sich in der Beziehung nicht klar.

Was tun, wenn dein Partner sich rechtfertigt und flunkert?

  • Erkenne das Muster, nimm es nicht persönlich: Verstehe, dass dieses Verhalten meist aus einer tiefen Unsicherheit des Partners kommt und nichts mit deinem Wert zu tun hat.
  • Klare Kommunikation und Grenzen: Sprich an, was du wahrnimmst, aber ohne Anklage. Formuliere es als deine Beobachtung und dein Bedürfnis: „Ich habe das Gefühl, du rechtfertigst dich gerade. Das musst du nicht bei mir. Ich wünsche mir Offenheit.“
  • Biete Sicherheit, aber fordere Verantwortung: Schaffe einen Raum, in dem dein Partner sich sicher fühlen kann, ehrlich zu sein, aber bestehe auch darauf, dass er die Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Zeige, dass du ihm auf Augenhöhe begegnen möchtest.
  • Setze deine eigenen Grenzen: Wenn das Verhalten chronisch wird und das Vertrauen immer wieder bricht, ist es wichtig, deine eigenen Grenzen zu schützen. Eine Beziehung auf Augenhöhe erfordert die Bereitschaft beider, ehrlich zu sein.

Das ständige Rechtfertigen und Flunkern ist ein Hilferuf eines Teils der Persönlichkeit, der gelernt hat, dass er nicht gut genug ist, so wie er ist. Wahre Heilung geschieht, wenn derjenige, der dieses Verhalten zeigt, bereit ist, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen und zu lernen, dass er nicht perfekt sein muss, um geliebt und akzeptiert zu werden.


Liebe im Alter:

Die Schönheit der Reifen Liebe und die Herausforderungen der Partnersuche



Liebe kennt kein Alter. Doch während wir in jungen Jahren oft von stürmischer Romantik und leidenschaftlichen Gefühlen sprechen, entwickelt sich die Liebe im höheren Alter zu etwas Besonderem, Tiefgründigem und Wundervollem: der reifen Liebe. Sie ist ein Schatz, der darauf wartet, entdeckt oder neu geschätzt zu werden.


Was macht die Reife Liebe aus?


Die reife Liebe unterscheidet sich grundlegend von dem, was du vielleicht in deinen jungen Jahren erlebt hast. Sie ist oft ruhiger, aber dafür umso fester und beständiger:

  • Tiefe Verbundenheit statt flüchtiger Leidenschaft: Während früher die körperliche Anziehung oft im Vordergrund stand, geht es in der reifen Liebe um eine tiefe emotionale Verbundenheit. Du suchst nach gemeinsamen Werten, gegenseitigem Verständnis, Vertrauen und bedingungsloser Akzeptanz – auch deiner und der Unvollkommenheiten deines Partners. Es ist ein Fundament, auf dem du bauen kannst.
  • Akzeptanz und innere Ruhe: Die Lebenserfahrung macht dich gelassener. Du kennst dich selbst besser und kannst deinen Partner so annehmen, wie er ist, ohne den Wunsch, ihn zu ändern. Es geht um die Wertschätzung der gemeinsamen Zeit, die vor euch liegt.
  • Gemeinsames Meistern des Lebens: Im Alter können neue Herausforderungen auftauchen, sei es im Bereich Gesundheit oder durch den Verlust geliebter Menschen. Eine Partnerschaft, die auf reifer Liebe basiert, bietet dir immense emotionale Unterstützung. Ihr seid nicht nur Partner, sondern auch Vertraute, Seelenverwandte und manchmal auch Pflegende füreinander.
  • Freiheit von Druck: Der Druck, eine Familie zu gründen oder Karriere zu machen, fällt weg. Das schafft Raum, dich voll auf die Beziehung zu konzentrieren und gemeinsame Interessen zu pflegen. Die reife Liebe befreit sich von gesellschaftlichen Erwartungen und fokussiert sich auf das, was wirklich zählt.
  • Geteilte Lebensweisheit: Egal, ob ihr schon lange zusammen seid oder dich im Alter neu kennenlernst: Ihr bringt beide eine reiche Lebensgeschichte mit. Diese geteilte Weisheit kann eure Beziehung ungemein bereichern und euch neue Perspektiven eröffnen.
Warum die Partnersuche im Alter so schwer sein kann


Auch wenn die reife Liebe so bereichernd ist, ist die Suche danach im Alter oft mit ganz eigenen Hürden verbunden. Viele fragen sich: Warum ist es so schwer, im Alter einen Partner zu finden?

  • Der „Pool“ wird kleiner:
  • Viele Menschen in deinem Alter sind bereits verwitwet oder geschieden. Die Anzahl der Singles in deiner Altersgruppe ist einfach geringer als in jungen Jahren.
  • Besonders Frauen haben es oft schwerer, da die Lebenserwartung von Frauen höher ist und viele Männer bereits verstorben sind. Dazu kommt, dass Männer im Alter manchmal jüngere Partnerinnen suchen.
  • Ein großer Teil der potenziellen Partner ist natürlich auch einfach schon in langjährigen Beziehungen oder Ehen.
  • Veränderte soziale Dynamiken:
  • Der Arbeitsplatz oder die Schule waren früher Orte, um neue Menschen kennenzulernen. Im Ruhestand oder wenn die Kinder aus dem Haus sind, schrumpfen diese sozialen Kreise oft.
  • Du hast dich vielleicht über Jahrzehnte an dein Single-Leben oder eine bestimmte Beziehungsform gewöhnt. Sich wieder auf jemanden einzulassen, kann ungewohnt oder sogar beängstigend sein.
  • Online-Dating ist eine Option, aber nicht jeder fühlt sich wohl im digitalen Raum. Und leider gibt es auch hier Risiken wie „Romance Scams“.
  • Hohe Ansprüche und „Altlasten“:
  • Deine Lebenserfahrung ist wertvoll und du weißt genau, was du willst und was nicht. Das ist gut, kann aber auch dazu führen, dass deine Ansprüche an einen neuen Partner sehr hoch sind und die Kompromissbereitschaft sinkt. Du bist weniger bereit, dich zu verstellen oder anzupassen, weil du deine Identität gefestigt hast.
  • Vergangene Enttäuschungen und Verletzungen können es schwer machen, dich für eine neue Liebe zu öffnen. Es braucht Mut, sich auf die reife Liebe einzulassen, wenn man schon Schmerz erfahren hat.
  • Du hast feste Routinen und Gewohnheiten, die du ungern aufgibst, um Platz für einen Partner zu schaffen.
  • Körperliche und gesundheitliche Aspekte:
  • Der alternde Körper kann zu Unsicherheiten führen. Manchmal fällt es schwer, die eigene Sexualität im Alter anzunehmen. Doch die reife Liebe sieht oft über Äußerlichkeiten hinweg und erkennt die Schönheit im Inneren.
  • Gesundheitliche Einschränkungen können die Partnersuche und das gemeinsame Leben erschweren.
  • Die Angst vor erneutem Verlust:
  • Manche Menschen scheuen eine neue Beziehung, weil die Angst vor einem erneuten Verlust durch Krankheit oder Tod des Partners groß ist.
  • Die Sorge, die eigene Unabhängigkeit zu verlieren oder zur Last zu fallen, kann ebenfalls eine Rolle spielen.

Wie du die Reife Liebe finden kannst: Praktische Tipps zur Partnersuche


Trotz dieser Herausforderungen finden viele Menschen im Alter eine neue, erfüllende Partnerschaft. Die Suche nach einer reifen Liebe erfordert oft einen bewussten und offenen Ansatz. Hier sind einige praktische Tipps, die dir helfen können:

  • Sei authentisch und offen: Sei ehrlich zu dir selbst und anderen, was deine Wünsche und Erwartungen betrifft. Authentizität zieht oft die Menschen an, die eine tiefe, reife Verbindung suchen. Verstell dich nicht, denn die schönste Liebe basiert auf Echtheit.
  • Bleib aktiv und knüpfe neue Kontakte: Das ist vielleicht der wichtigste Tipp!
  • Engagiere dich in Vereinen oder Gruppen: Ob Wanderverein, Chor, Schachclub oder ein lokaler Seniorentreff – überall dort triffst du Menschen mit ähnlichen Interessen.
  • Besuche Kurse und Workshops: Volkshochschulen bieten eine Fülle von Kursen an, von Sprachen über Kochen bis hin zu Kunst. Das ist eine ideale Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und gleichzeitig etwas Neues zu lernen.
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten: Wenn du dich engagierst, triffst du Menschen, die ähnliche Werte teilen. Das ist eine wunderbare Basis für eine tiefere Verbindung.
  • Veranstaltungen speziell für Senioren: Viele Gemeinden oder Organisationen bieten Tanznachmittage, Ausflüge oder Kaffeetreffs an. Scheu dich nicht, diese Angebote wahrzunehmen.
  • Sport und Bewegung: Ob Seniorengymnastik, Schwimmen oder Spaziergänge in einer Gruppe – körperliche Aktivität bringt dich nicht nur in Form, sondern auch mit Gleichgesinnten zusammen.
  • Übe dich in Gelassenheit: Setz dich nicht zu sehr unter Druck. Liebe lässt sich nicht erzwingen. Manchmal findet man die reife Liebe, wenn man sie am wenigsten erwartet. Genieße das Leben als Single und sei offen für das, was kommt.
  • Bleib optimistisch: Auch wenn es Rückschläge gibt, bleib positiv und genieße den Prozess des Kennenlernens. Jede Begegnung ist eine Erfahrung, aus der du lernen kannst.
  • Online-Dating als Chance (mit Vorsicht!):
  • Spezialisierte Portale: Es gibt mittlerweile viele seriöse Partnerbörsen, die sich speziell an die Generation 50+ richten. Hier sind die Mitglieder oft in einer ähnlichen Lebensphase und auf der Suche nach einer ernsthaften Partnerschaft.
  • Sei ehrlich im Profil: Beschreib dich so, wie du bist, und was du suchst. Authentische Profile sind erfolgreicher.
  • Vorsicht vor Betrugsmaschen: Sei wachsam bei Anfragen, die zu schnell sehr persönlich werden, um Geld bitten oder Treffen unter fadenscheinigen Gründen absagen. Informier dich über „Romance Scams“ und vertrau deinem Bauchgefühl. Trefft euch immer an einem öffentlichen Ort beim ersten Date.
  • Pflege deine sozialen Kontakte: Auch wenn du primär nach einem Partner suchst, sind bestehende Freundschaften und Familienkontakte unglaublich wichtig. Sie geben dir Halt, Selbstvertrauen und können manchmal sogar dabei helfen, neue Leute kennenzulernen.
  • Arbeite an dir selbst: Nutze die Zeit, um deine eigenen Interessen zu vertiefen, neue Hobbys zu entdecken oder alte Leidenschaften wieder aufleben zu lassen. Ein zufriedener und ausgeglichener Mensch strahlt das auch aus und ist attraktiver für potenzielle Partner.

Die reife Liebe im Alter kann eine der schönsten und erfüllendsten Phasen deines Lebens sein. Sie bietet tiefe Verbundenheit, Verständnis und ein Gefühl von Frieden, das aus gemeinsamen Erfahrungen und gelebter Weisheit wächst. Es lohnt sich, nach ihr zu suchen.



Der schmale Grat zwischen Liebe und Wahnsinn


Die zwei Seiten der Medaille: Positive und negative Aspekte


Die Intensität, die die Grenze zwischen Liebe und „Wahnsinn“ verschwimmen lässt, ist nicht per se schlecht. Sie hat sowohl Aspekte, die unser Leben unglaublich bereichern können, als auch solche, die potenziell destruktiv sind.


Positive Seiten: Ekstase, Wachstum und tiefe Verbindung


Wenn die starken Emotionen der Liebe im gesunden Rahmen bleiben, können sie uns zu außergewöhnlichen Höhen führen:

  • Intense Freude und Euphorie: Die Verliebtheit, besonders in der Anfangsphase, ist oft von einem Gefühl des Rausches und der tiefen Freude begleitet. Das Gehirn schüttet Glückshormone aus, die uns Energie und Optimismus verleihen. Man fühlt sich lebendiger, inspiriert und oft unbesiegbar.
  • Tiefe emotionale Verbindung und Intimität: Die Bereitschaft, sich einem anderen Menschen vollkommen zu öffnen und sich verletzlich zu zeigen, führt zu einer einzigartigen Tiefe der Verbindung. Diese Intimität kann ein Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit schaffen, das grundlegend für unser Wohlbefinden ist.
  • Persönliches Wachstum und Selbstentdeckung: Liebe kann ein starker Katalysator für persönliches Wachstum sein. Wir lernen, Kompromisse einzugehen, Empathie zu entwickeln und uns mit Aspekten unserer selbst auseinanderzusetzen, die wir sonst vielleicht ignoriert hätten. Ein Partner kann uns auf unsere Stärken und Schwächen aufmerksam machen und uns inspirieren, die beste Version unserer selbst zu werden.
  • Erhöhte Kreativität und Motivation: Viele Künstler, Musiker und Schriftsteller finden in der Liebe eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Die starken Gefühle können uns zu Höchstleistungen anspornen, sei es im Beruf, in Hobbys oder im Engagement für den geliebten Menschen.
  • Gefühl von Sinn und Erfüllung: Eine tiefe, bedeutungsvolle Liebe kann unserem Leben einen zusätzlichen Sinn verleihen. Sie gibt uns das Gefühl, gebraucht und geschätzt zu werden, und kann eine tiefe innere Erfüllung mit sich bringen.
Negative Seiten: Obsession, Abhängigkeit und Zerstörung

Wenn die Intensität der Gefühle jedoch über die gesunde Schwelle hinausgeht, kann sie sich in problematische und destruktive Verhaltensweisen verwandeln:

  • Obsession und Kontrollverlust: Die intensive Fixierung auf eine Person kann sich in eine Obsession verwandeln. Jeder Gedanke kreist nur noch um den anderen, eigene Interessen und Bedürfnisse treten in den Hintergrund. Dies kann zu zwanghaftem Verhalten, stalkingähnlichen Tendenzen oder dem Verlust der eigenen Identität führen.
  • Emotionale Abhängigkeit und Verlust der Autonomie: Wenn das eigene Glück und Selbstwertgefühl vollständig vom Partner abhängen, entsteht eine ungesunde emotionale Abhängigkeit. Man ist nicht mehr in der Lage, Entscheidungen unabhängig zu treffen, und die Angst vor dem Verlust des Partners wird lähmend. Dies kann zur Co-Abhängigkeit führen, bei der eigene Grenzen und Bedürfnisse völlig aufgegeben werden.
  • Eifersucht und Besitzanspruch: Intensive Gefühle können in ungesunder Weise in übermäßige Eifersucht umschlagen. Dies äußert sich in Misstrauen, Kontrollversuchen und der Einschränkung der Freiheit des Partners. Im Extremfall kann dies zu Gewalt oder Straftaten führen, die durch einen übersteigerten Besitzanspruch motiviert sind.
  • Realitätsverlust und Idealisierung: Die „rosarote Brille“ der Verliebtheit kann zu einem Realitätsverlust führen, bei dem man die geliebte Person völlig idealisiert und ihre Fehler oder Warnsignale ignoriert. Dies macht blind für eine potenziell toxische Dynamik und kann zu Enttäuschungen und Schmerz führen, wenn die Realität aufschlägt.
  • Zerstörung der eigenen Identität und Isolation: Wenn man sich selbst und alle eigenen Interessen für die Liebe aufgibt, kann dies zur Zerstörung der eigenen Identität führen. Man verliert den Bezug zu Freunden, Familie und Hobbys und isoliert sich zunehmend, was das Risiko von Depressionen und Verzweiflung erhöht, besonders wenn die Beziehung endet.
  • Wahnhafte Vorstellungen (Erotomanie): Im pathologischen Extrem kann die intensive Fixierung in tatsächliche psychische Störungen wie den Liebeswahn (Erotomanie) münden. Hierbei handelt es sich um eine Wahnvorstellung, bei der die Person felsenfest davon überzeugt ist, von jemandem geliebt zu werden, obwohl es keine reale Grundlage dafür gibt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die extreme Intensität, die den „schmalen Grat“ ausmacht, sowohl das Potenzial für tiefste Glückseligkeit als auch für größten Schmerz und Zerstörung birgt. Der entscheidende Faktor ist, ob diese Gefühle im Einklang mit der Realität, gegenseitigem Respekt und der Wahrung der eigenen Autonomie und der des Partners stehen.