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Die Sache mit der Empathie

Ich arbeite mit Menschen zusammen, die nicht die gleiche Muttersprache haben, wie ich selbst. Und ich muss sagen, dass es mich schon manchmal nervt, dass ich nicht verstehe, was sie unter sich sprechen. Ich habe das Gefühl regelrecht ausgeschlossen zu sein.

Doch vor ein paar Tagen habe ich mich daran erinnert, dass ich gar nicht verstehen muss, was sie reden, sondern viel mehr darauf achten sollte, wie ich reagiere. Indem ich schaue, wie ich mich bewege, was ich denke und wie ich rede, zeigt mir im Grunde, was mein Gegenüber von mir denkt oder über mich spricht. Wenn ich meine Gedanken und Emotionen beobachte, so kann ich genau erkennen, was bei meinem Gegenüber vor sich geht und dafür muss ich noch nicht einmal deren Sprache sprechen.

So einfach ist es dann auch wieder nicht !

Um den anderen verstehen zu können, muss ich mich erst einmal selbst kennen und wissen, wieso ich so oder so reagiere. Denn wenn ich meine eigene Sprache schon nicht verstehe, kann ich auch andere Menschen nicht verstehen. Ausserdem muss ich sicher sein, die eigenen inneren Verletzungen aufgearbeitet zu haben, damit sie mir beim Lesen der Gefühle meines Gegenübers nicht im Wege stehen. Das heisst nichts anderes, als die eigenen Vorurteile abzustellen, denn sie würden die Emotionen nur schwarz einfärben, was keinesfalls beim Verstehen des Gegenübers hilfreich wäre.

Du siehst, es ist gar nicht so einfach, mit der Empathie zu arbeiten.

Erst wenn du die Selbstreflexion beherrschst, die eigene innere Klarheit besitzt und alte Verletzungen geheilt hast, könnte die Empathie ein Wegweiser sein. Dennoch muss ich dich davor warnen, denn sie kann auch durch Missinterpretation, alte Vorurteile verstärken.

Und da ich der Meinung bin, dass kein Mensch fehlerfrei ist, kann es immer zu Fehlinterpretationen kommen. Alleine schon, wie in meinem Fall, wenn das Gegenüber einer anderen Kultur entstammt, die einem bis dahin fremd war.

Rückblick

Ich muss feststellen, dass ich mich in den letzten Jahren, sehr oft, habe manipulieren lassen. Ich bin weder meiner inneren Stimme gefolgt, noch konnte ich meine Wünsche und Träume realisieren.

Ich habe mir Rat gesucht, obwohl ich in der beleuchteten Angelegenheit eigentlich gar keinen Rat gebraucht hätte und dort wo ich Hilfe, Unterstützung und Rat gebraucht hätte, genau diese Angelegenheiten, habe ich gar nicht erst beleuchtet und angesprochen.

Ich bin einem Weg gefolgt, den ich eigentlich von Anfang an, gar nicht gehen wollte, und doch habe ich es getan.

Nicht, weil es aus dem freien Willen heraus geschehen ist, sondern viel mehr, weil ich von meinen unbewussten Denkmustern geleitet wurde und so zum Spielball äusserer Kräfte wurde.

Wenn ich zurückblicke, erkenne ich, dass ich viele Entscheidungen aus den falschen Gründen getroffen habe, meistens weil ich glaubte, dass mir nichts anderes zustehen würde oder ich einfach nicht mehr erreichen könnte.

Ich habe aus einem Mangelbewusstsein heraus, viele dieser Entscheidungen getroffen.

Ich folgte der Stimme der Vernunft, anstatt mich der Weisheit meines Herzens zuzuwenden.

Doch was versteht man unter der Stimme der Vernunft ?

Durch Beobachtungen und Erfahrungen erfasst die Vernunft Sachverhalte, zieht durch allgemein gültige Zusammenhänge ihre Schlussfolgerungen und erstellt dadurch neue Regeln und Prinzipien, die das Handeln und Denken einer Person bestimmen. Die Vernunft ist das oberste Erkenntnisvermögen und bestimmt so den Verstand (Denken), mit dem die Wahrnehmung strukturiert wird. Sie ist es, die dem Menschen durch dessen Verstand, Grenzen und Regeln setzt.

Kurz gesagt, sie bestimmt die Denkmuster des Menschen.

Die Stimme der Vernunft orientiert sich stets an der Vergangenheit und erlaubt nichts anderes, als eine Wiederholung vergangener Erfahrungen. Sie ist es, die uns in alten Gedankenmustern gefangen hält, weil sie nur eine eingeschränkte Sicht auf das Leben hat.

Es wird höchste Zeit für ein Paradigmenwechsel in meinem Bewusstsein.

Meine inneren Werte haben mir bereits geholfen, meinen Blickwinkel zu verändern. Durch die vielen gelesenen Bücher, konnte ich bereits eine neue Software installieren. Jetzt gilt es nur noch, diese Software ans Laufen zu bekommen, indem ich die nötigen Programme hochfahre und lerne damit umzugehen, um sie im täglichen Leben anwenden zu können.

Die Weisheit meines Herzens hat mich durch die Erinnerung an meine inneren Werte dazu gebracht, umzukehren und einen anderen Weg einzuschlagen.

Und auch wenn dieser Weg noch vollkommen im Nebel zu liegen scheint und ich vollkommen orientierungslos bin, so bin ich doch bereit dem Leben zu vertrauen.


Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken. Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken. Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Alles andere ist nebensächlich.

– Steve Jobs (Apple-Gründer) –

Wenn die Angst vor dem Unbekannten grösser wird als die Vorfreude auf den Neubeginn

Wie ich ja bereits in einem anderen Beitrag schrieb, möchte ich dich gerne mitnehmen, auf die Reise in mein neues Leben.


Mir ist bewusst, dass die heutige Zeit ja schon an sich, höchst herausfordernd ist, ohne dabei einen Neuanfang in einem fremden Land vollziehen zu wollen. Doch da mein Mietvertrag am jetzigen Ort nun bald ausläuft, bin ich gezwungen, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen und über das, was ich noch in meinem Leben erreichen möchte.

Und glaube mir, wenn ich dir sage, dass mir dies gar nicht so leicht gefallen ist, wie es vielleicht den Anschein macht. Denn ich bin ja beim ersten Versuch, ein Leben auf meiner eigenen Selbstversorgerfarm in Nordschweden aufzubauen, bereits gescheitert.

Auch wenn anfänglich alles so gut aussah und alle vorherigen Prognosen stets positiv waren, musste ich irgend wann die Entscheidung treffen, loszulassen. Deshalb kann man von Scheitern eigentlich nicht so richtig reden, eher von einem Revidieren einer Entscheidung.

Und doch, habe ich es zu diesem Zeitpunkt als einen Verlust gesehen, ein erneutes Scheitern, zumal ich vorher so viel Energie in dieses Projekt gesteckt hatte.

Wenn ich heute so drüber nachdenke, denke ich, dass Schweden jedoch von Anfang an, nicht der richtige Ort für mich war. Aber zur Zeit der Trennung von meinem Mann, war dies die einzig mögliche Lösung für mich. Die Häuser waren und sind immer noch, im Gegensatz zu Luxemburg, erschwinglich und ich wollte nicht ohne ein Dach über dem Kopf dastehen.

Aber der Hauptgrund war wohl, dass eine liebe Freundin dort wohnte, und ich, nach dieser Trennung und ohne weiteren Kontakt zu meiner eigenen Familie, einfach nicht alleine dastehen wollte.

Und dann kam alles wieder einmal anders als erwartet !

Die Freundin zog in ein anderes Land und nun kümmerte sich niemand mehr vor Ort, direkt ums Haus. Durch den strengen Winter kam es zu einem Rohrbruch, der einen größeren Wasserschaden verursachte und auch die Heizung funktionierte nicht mehr.

Tja, das war der Zeitpunkt, wo ich eine Entscheidung treffen musste !

Um diesen Traum leben zu können, hätte ich noch viel Geld in dieses Projekt stecken müssen, nicht nur um alle Schäden zu beheben, sondern, auch, um dieses Projekt erst einmal richtig ans Laufen zu bekommen.

Aber es waren nicht nur die hohen Kosten, die mich abgeschreckt haben, weiter an diesem Traum festzuhalten, sondern auch die Angst vor dem Unbekannten ! Im Dezember 2021 entschied ich mich dann dazu, diese Farm loszulassen.

Anfangs war es gar nicht so einfach, weil ich doch etliche Energie in dieses Projekt reingesteckt habe. Und auch, wenn ich es mir selbst nicht immer eingestehen wollte, hing mein Herz dann doch ein wenig an dieser Farm.

Und nun, fast ein ganzes Jahr später, habe ich einen neuen Standort gefunden, um einen zweiten Neustart zu wagen.

Die klimatischen Bedingungen haben sich verbessert und die Vegetationszeit hat sich verlängert. So, dass mir eine grösser Auswahl an Pflanzen zu Verfügung steht, was ja immer mein größter Wunsch war ! Das Haus ist wesentlich kleiner und selbst das Grundstück, im Vergleich zu Schweden, hat an Größe verloren, doch ich denke, dass es dennoch passen könnte. Es wurden bereits einige Sanierungsarbeiten durchgeführt und auch ein paar neue Pflanzen haben bereits ihren Weg aufs Grundstück gefunden.

Eigentlich sollte ich mich freuen, weitere Pläne schmieden. Und doch überkommt mich diese enorme Angst, die mich erneut in eine Starre versetzt. Ich ertappe mich dabei, wie ich nach Ausreden und Auswegen suche, um ja nicht diesen Schritt (Umzug) machen zu müssen, was ja im Grunde nichts anders bedeutet, als dass ich mich dieser Angst nicht stellen möchte.

Doch dieses Mal, möchte ich mich nicht von meiner Angst beherrschen lassen, sondern mich ihr erfolgreich entgegenstellen.

Den Kaninchenbau verlassen

Ich habe mich in den letzten 15 Jahren intensiv mit den Themen Spiritualität und Psychologie auseinander gesetzt, manchmal gezwungenerweise, manchmal auch nur aus reiner Neugierde.

Anfangs wollte ich einfach die Zusammenhänge verstehen, wieso zum Beispiel etwas in meinem Leben passiert. Und weil alles in Beziehung besteht, habe ich es dann auf mein Umfeld ausgeweitet, bis ich schlussendlich in diesem berüchtigten Kaninchenbau gelandet bin und tiefer und tiefer in die menschlichen Abgründe abgetaucht bin.

Ich habe nicht nur etliche Vorträge von Professoren angeschaut, nein, ich habe auch etliche Bücher gelesen, Reportagen, Videos angeschaut, habe etliche Vlogs verfolgt und wurde dadurch nicht nur zum Beobachter des täglichen Lebens, sondern auch des Weltgeschehens.

Ich habe so viel Wissen aufgesaugt, dass ich mehr und mehr sagen kann, dass ich es satt bin, beliebiges Wissen nur anzuhäufen. Ich merke auch, wie diese Themen, mir mehr und mehr Lebenskraft rauben und ich stattdessen anfangen sollte einen neuen Weg einzuschlagen.

Ich muss meine Beobachter-Rolle verlassen und sollte endlich anfangen zu produzieren, zu erschaffen…

Ich möchte jetzt nicht sagen, dass man keine eigenen Recherchen mehr machen sollte oder gar damit aufhören sollte, sich weiterzubilden.

Nein !

Ich sage nur, dass man sehr leicht, sehr tief in diesen Kaninchenbau ab- oder eintauchen kann und alles andere dann zwangsweise zum Stillstand kommt.

Deshalb möchte ich meine Zeit wieder viel mehr den Themen widmen, die mir nicht meine Lebenskraft entziehen, sondern viel mehr, mich mit neuer Kraft aufladen.