Das Individuum gegen das Kollektiv

Hier wird die Frage gestellt:

Hat der Mensch eine Daseinsberechtigung, wenn er sich weigert der Gesellschaft zu dienen ?

In diesem Plädoyer aus dem Film : Ein Mann, wie Sprengstoff aus dem Jahr 1949, wird erklärt, was einen schöpferischen Menschen ausmacht.

„…Kein Schöpfer wurde durch den Wunsch angetrieben, es seinen Brüdern Recht zu machen. Seine Brüder haben sein Geschenk gehasst. Seine Wahrheit, war sein einziges Motiv. Seine Arbeit war sein einziges Ziel. Seine Arbeit, nicht jene, die sie sich zu Nutze machten. Sein Werk, nicht das was andere als Gewinn daraus zogen. Sein Werk, das seiner Wahrheit Gestalt verlieh. Er stellte seine Wahrheit über alles andere und gegen alle Menschen. Er machte weiter, ob andere seiner Meinung waren, oder nicht. Mit seiner Integrität, als seinem einzigen Banner. Er war Diener von nichts und niemanden. Er lebte für sich selbst. Und nur dadurch, dass er für sich selbst lebte, war er fähig die Dinge zu schaffen, die zum Ruhm der Menschheit beitragen. Das ist das Wesen von menschlicher Leistung. Der Mensch ist allein durch seinen Verstand in der Lage zu überleben. Er kommt ungerüstet auf die Welt, sein Gehirn ist seine einzige Waffe. Aber der Verstand ist ein Merkmal des Individuums, etwas, was man einen kollektiven Verstand nennen könnte, gibt es nicht.

Der Mensch, der denkt, muss selbstständig denken und handeln. Der schöpferische Verstand wird behindert durch jegliche Form von Zwang. Er kann niemals den Bedürfnissen, den Ansichten, den Wünschen von anderen unterworfen werden und er ist nichts, was aufgeopfert werden könnte.

Der schöpferische Mensch fühlt sich seinem eigenen Urteil verpflichtet. Der Parasit schliesst sich der Meinung anderer an.

Der schöpferische Mensch denkt, der Parasit imitiert.

Der schöpferische Mensch produziert, der Parasit plündert.

Dem schöpferischen Menschen geht es um den Sieg über die Natur, dem Parasiten geht es um den Sieg über den Menschen.

Der schöpferische Mensch benötigt Unabhängigkeit, er ist weder Diener, noch Herrscher. Sein Umgang mit anderen Menschen ist gekennzeichnet durch Freiwilligkeit. Der Parasit strebt nach Macht, er will alle Menschen beherrschen und als Sklaven zusammen ketten, er behauptet der Mensch wäre nur ein Werkzeug im Dienste anderer. Dass er denken muss, wie sie denken. Dass er handeln muss, wie sie handeln. Und dass er in freudloser Knechtschaft für die Bedürfnisse anderer leben muss, nicht für seine.

Sehen sie sich die Geschichte an, alles, was wir haben, alles, was die Menschen weitergebracht hat, entstammt der freiwilligen Arbeit eines unabhängigen Geistes.

Jede Gräueltat, jede Zerstörung, entstammt dem Bemühen die Menschen mit Gewalt in eine Herde seelenloser Roboter zu verwandeln, ohne persönlichen Rechte, ohne persönliche Wünsche, ohne Willen, Hoffnung oder Würde. Dies ist ein alter Konflikt. Mit anderen Worten, das Individuum gegen das Kollektiv.

Unser Land, das edelste in der Geschichte der Menschheit, wurde auf Individualismus aufgebaut, auf dem Prinzip der unveräusserlichen Rechte des Einzelnen. Es war ein Land, in dem es den Menschen frei stand, sein Glück zu machen und weiter zu kommen. Nicht aufzugeben und zu verzichten. Zu gedeihen, nicht Mangel zu erleiden. Etwas durch Leistung zu erreichen, nicht zu plündern. Als sein höchstes Gut, sein persönliches Selbstwertgefühl zu betrachten und als seine höchste Tugend, seine Selbstachtung.

Sehen sie sich das Ergebnis an, die Kollektivisten verlangen nun von ihnen, diese Errungenschaften zu vernichten, wie schon so vieles auf der Erde vernichtet wurde…“


Dieses flammende Plädoyer für Individualismus ist ein Ausschnitt aus dem Film „Ein Mann wie Sprengstoff“, der Verfilmung des Romans „The Fountainhead“ von Ayn Rand.


Der grosse Diktator (Rede)

Charlie Chaplin

Auszug aus dem Film „Der grosse Diktator“ aus dem Jahr 1940. Diese Rede gilt als humanistische Ansprache gegen Hass und Rassismus und hat bis heute nichts an seiner Aussagekraft verloren.

Bitte alle mal lesen oder anhören !

Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen. Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Missgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert. Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen. Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß. Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven. Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen. Ihr werdet gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter. Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte. Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen. Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen! Bewahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit. Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht: Gott wohnt in jedem Menschen. Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott lebt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht. Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie : Lasst und diese Macht nutzen! Lasst uns zusammen stehen! Lasst uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt! Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher. Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben. Lasst uns diese Ketten sprengen! Lasst uns kämpfen für eine bessere Welt! Lasst uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz! Lasst uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit. In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen. Kameraden, im Namen der Demokratie : Dafür lasst uns streiten!